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In Berlin : Polizist soll bei tödlichem Unfall alkoholisiert gewesen sein

  • Aktualisiert am

Januar 2018 in Berlin: Tödlicher Unfall mit Polizeiwagen Bild: dpa

Vor rund einem Jahr wurde das Auto einer jungen Frau in Berlin von einem Polizeiwagen gerammt, sie wurde tödlich verletzt. Der Fahrer, der auf dem Weg zu einem Einsatz war, soll alkoholisiert gewesen sein.

          Rund ein Jahr nach einer tödlichen Kollision nahe dem Alexanderplatz mit einem Polizeiauto steht ein neuer Verdacht im Raum: Der Beamte am Steuer soll alkoholisiert gewesen sein, als er in den Wagen einer 21 Jahre alten Frau krachte. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch entsprechende Ermittlungen. Zuerst hatte die „Berliner Morgenpost“ berichtet.

          Laut Staatsanwaltschaft war gegen den Polizisten zunächst wegen fahrlässiger Tötung ermittelt worden. Neu hinzugekommen sei nun der Verdacht der Gefährdung des Straßenverkehrs durch Trunkenheit. Die junge Frau war in ihrem Auto am 29. Januar 2018 in der Grunerstraße hinter dem Roten Rathaus von dem Einsatzwagen mit Blaulicht gerammt worden, der mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war. Nach Angaben der Sprecherin wollte die junge Frau einparken.

          Polizeipräsidentin Barbara Slowik twitterte, auch wenn Fragen nach Schuld und Verantwortung erst nach Ende der Ermittlungen mit dem Urteil des Gerichts geklärt werden können, erschüttere der bloße Verdacht. „Ich sichere der Familie zu, dass ich mit vollem Nachdruck und rückhaltlos alles zur Aufklärung Erforderliche beitragen werde.“

          In der vergangenen Woche wurden am Unfallort in der Grunerstraße zum ersten Todestag des Opfers Blumen niedergelegt und Kerzen entzündet. Die „Berliner Zeitung“ hatte berichtet, die Eltern der jungen Frau fühlten sich allein gelassen. Eine Anklage gegen den Polizisten gibt es bislang nicht.

          Nach dem Unfall hatte die Polizei damals mitgeteilt, der verletzte Fahrer des Wagens sowie ein weiterer Beamter seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Ermittelt wird laut Staatsanwaltschaft nur gegen den Fahrer des Wagens.

          Wie lange die „ergänzenden Ermittlungen“ nach dem neuen Alkohol-Verdacht dauern, sei offen, sagte die Sprecherin. „Wir sind bestrebt, den Fall so zügig wie möglich abzuschließen“, sagte sie der dpa.

          Erste Hinweise seien durch einen Vertreter der Nebenklage schon im Herbst gekommen, so die Staatsanwältin. Diese seien zunächst sehr vage gewesen, dann aber konkreter geworden. Schließlich habe die Staatsanwaltschaft die Patientenakte des Polizisten beschlagnahmt. Daraus habe sich ergeben, dass der Beamte nach dem Unfall mit circa 1 Promille eingeliefert worden sei.

          Die Unfallstelle hatte ein Bild der Verwüstung gezeigt. Daraus ging hervor, mit welcher Wucht das Polizeiauto die Seite des weißen Pkw traf. Die Fahrertür des getroffenen Wagens war abgerissen und zertrümmert. Auf der Straße lagen Autoteile. Bei dem Polizeiauto wurde der vordere Bereich durch den Aufprall zerstört.

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