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Verteidiger des Hilfssheriffs : Polizist in Parkland hat laut Anwalt die Richtlinien eingehalten

  • -Aktualisiert am

Trauernde Frauen stehen am Sonntag vor einem Zaun mit Kerzen und Blumen für die Opfer des Massakers an der Marjory Stoneman Douglas High School. Bild: dpa

Der Hilfssheriff, der bei dem Blutbad an einer Schule in Florida nicht eingegriffen hatte, verteidigt sich jetzt: Er sei kein Feigling und habe die Lage bloß falsch eingeschätzt.

          Der nach dem Blutbad an einer High School in Parkland (Florida) zurückgetretene Hilfssheriff Scot Peterson wehrt sich gegen Vorwürfe, die Schüler nicht ausreichend geschützt zu haben. Während des Anschlags des 19 Jahre alten Nikolas Cruz am 14. Februar hatte Peterson vor dem Schulgebäude auf Unterstützung gewartet. Einen Versuch, den Schützen zu stoppen, machte der 54 Jahre alte Beamte nicht.

          „Die Anschuldigungen, Herr Peterson sei ein Feigling, sind unwahr. Er hat die Richtlinien eingehalten“, teilte Joseph DiRuzzo, der Anwalt des früheren Hilfssheriffs, am Montag mit. Peterson habe das Schulgebäude nicht betreten, da er davon ausgegangen sei, dass außerhalb des Baus geschossen wurde.

          Scott Israel, der Sheriff des Bezirks Broward nördlich von Miami, hatte Peterson einige Tage nach dem Anschlag öffentlich beschuldigt, den „Mörder nicht getötet“ zu haben. Auch der amerikanische Präsident Donald Trump warf dem Vierundfünfzigjährigen vor, „abstoßend“ gehandelt zu haben.

          Bei dem Anschlag, einem der verheerendsten „School Shootings“ der vergangenen Jahre, wurden 14 Jugendliche und drei Erwachsene getötet. Schule, Jugendamt und verschiedene Polizeibehörden sollen jahrelang Warnungen zu Cruz ignoriert haben. Die amerikanische Bundespolizei wurde gleich zweifach auf einen möglichen Anschlag durch den psychisch gestörten ehemaligen Schüler der Stoneman Douglas High School hingewiesen.

          Auch Sheriff und Polizei fuhren nach Notrufen immer wieder zu dem Haus der Familie Cruz in einem wohlhabenden Viertel in Parkland. Cruz, dessen Adoptivmutter Anfang November starb, äußerte sich nach der Festnahme bislang nicht zu einem Motiv.

          In den Vereinigten Staaten befeuerte der Anschlag abermals die Debatte um striktere Waffengesetze. Bei einer Erhebung des Nachrichtensenders CNN sprachen sich jetzt fast 70 Prozent der befragten Amerikaner für eine Verschärfung der „gun laws“ aus. Das ist der höchste Wert seit etwa 25 Jahren.

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