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Mordender Landschaftsgärtner : Polizei warnt vor weiteren Sprengfallen

  • -Aktualisiert am

Polizeibeamte hängen Fotos bei einer Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Westpfalz zu Sprengfallen auf, die ein Landschaftsgärtner gelegt haben soll. Bild: dpa

Mit seinen Sprengfallen hat Bernhard G. einen Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Womöglich hat er noch mehr versteckt – mehr als 109 Haushalte kommen laut Polizei in Frage.

          Eine Entwarnung wollten die rheinland-pfälzischen Behörden nicht geben. Weitere Sprengfallen seien zwar bisher nicht gefunden worden, doch es könne mehr geben. Das sagten Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft in Kaiserslautern am Freitag, als sie einen Zwischenstand zu den Ermittlungen rund um Bernhard G. gaben. Der Landschaftsgärtner war einem vorläufigen Obduktionsergebnis zufolge Anfang März an einer Überdosis Insulin gestorben, die er sich selbst verabreicht hatte. Am Tag darauf wurde ein 64 Jahre alter Arzt durch die Explosion einer Handgranate getötet, die vor seiner Praxis in einem Behälter deponiert worden war. Kurz darauf explodierte ein mit Sprengstoff gefülltes Holzscheit in einem Kamin, zwei Personen wurden verletzt. Später wurde ein weiteres manipuliertes Holzscheit gefunden. Mit allen Geschädigten hatte G. Streit, zum Teil wegen Rechnungen für Arbeiten, die nicht korrekt ausgeführt wurden.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Wer jemals geschäftlich und oder privat mit dem 59 Jahre alten Mann in Streit geraten war – und das waren nicht wenige –, dürfte zuletzt unruhige Tage verbracht haben. Nachdem die Polizei um Mithilfe gebeten hatte, gingen rund 170 Hinweise ein. 109 potentiell gefährdete Personen wurden erkannt. Bei 30 von ihnen kamen Ermittler mit Sprengstoffhunden vorbei, knapp 20 Mal war das Bundeskriminalamt mit Röntgengeräten im Einsatz. Auch Personen in Schleswig-Holstein, Hessen und Baden-Württemberg waren betroffen. Weitere Sprengfallen wurden nicht gefunden, doch die Ermittlungen dauern an. „Wir konnten und können nicht sicher sein, alle Taten entdeckt zu haben“, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern Udo Gehring am Freitag.

          An der Täterschaft von G. hat die Staatsanwaltschaft keine Zweifel. In seinem Wohnhaus wurden zwei Kilogramm Schwarzpulver sichergestellt, außerdem Waffenteile, Munition, Kupferhülsen, Stahlkugeln und eine Standbohrmaschine, mit der er die Sprengfallen hergestellt haben dürfte. G. war polizeibekannt: 1989 war er zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden wegen schwerer Körperverletzung. Er hatte mit einem Hammer auf einen Mann eingeschlagen. 2011 gab es eine Geldstrafe wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Die Polizei schreibt ihm weitere Taten zu. Der Verdacht liege „sehr, sehr nahe“, dass G. auch verantwortlich sei für mehrere Sachbeschädigungen, sagte ein Polizeisprecher. So wurden etwa bei einem Mann, der mit G. Streit hatte, einst die Bäume im Vorgarten gefällt, bei einem anderen Abflussrohre mit Beton verstopft. Der Täter blieb stets unklar.

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