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Fall Niklas P. : Polizei nimmt Hauptverdächtigen nach Prügelattacke fest

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Von Schlägern attackiert und getötet: Am Tatort erinnert ein Kreuz an den Niklas P. Bild: dpa

Im Fall des zu Tode geprügelten 17 Jahre alten Jugendlichen hat die Bonner Polizei einen mutmaßlichen Täter festgenommen, nach weiteren wird gefahndet. Unterdessen ist offenbar ein weiterer Jugendlicher attackiert worden.

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          Nach der tödlichen Prügelattacke auf den 17 Jahre alten Niklas P. in Bonn hat die Polizei den mutmaßlichen Haupttäter festgenommen. Es handele sich um einen 20 Jahre alten Mann, erklärten die Ermittler. Er sei am Dienstagmittag von Teams der Mordkommission im Bonner Stadtteil Bad Godesberg vorläufig festgenommen worden. Zu den Details wollten sich die Polizisten zunächst nicht äußern. Die Fahndung nach weiteren Tatbeteiligten laufe weiter. Am Mittwoch soll auf einer Pressekonferenz der Ermittlungsstand erläutert werden.

          Niklas P. war in der vergangenen Woche von einer Gruppe junger Männer in Bad Godesberg nach einem Konzertbesuch und auf dem Weg zum Bahnhof verprügelt worden. In der Nacht auf Freitag starb er im Krankenhaus. Auch seine Begleiter wurden verletzt. Erst als weitere Zeugen zur Hilfe kamen, suchten die Täter das Weite, so die Schilderung der Ermittler. Die Polizei suchte lange ohne vorzeigbare Erfolge nach den Männern. Mit Flugblättern und einer ausgesetzten Belohnung wurde nach Zeugen und Hinweisen gesucht. Die Festnahme verbuchen sie nun als Erfolg dieser Arbeit.

          Unterdessen kam es in der Nacht auf Samstag offenbar zu einer weiteren Prügelattacke, infolge derer ein 19 Jahre alter Mann in Bonn mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ersten Ermittlungen zufolge sei er vermutlich von einem oder mehreren Unbekannten attackiert worden, erklärte die Polizei am Dienstag. Zu den genauen Umständen könne man noch nichts sagen. Das Opfer liege im Krankenhaus und habe bislang noch keine genauen Angaben machen können. In der Nacht hatte er sich von seinen Begleitern verabschiedet, Passanten fanden ihn am frühen Morgen verletzt auf der Straße und riefen einen Krankenwagen. Erst am Sonntag habe auch die Polizei von dem Fall erfahren, erklärten die Beamten.

          Der getötete Niklas P. soll am kommenden Samstag in Bonn beerdigt werden. Es sei ein Anliegen der Familie, dass es bis zur Beisetzung keine Demonstrationen oder gemeinschaftlichen Aktionen am Tatort mehr gebe, erklärte die zuständige katholische Kirchengemeinde. Den Fall hatten am Wochenende 50 Rechtsextremisten genutzt, um Front zu machen. Ihrer Kundgebung „Stoppt die Gewalt“ standen einige Hundert Gegendemonstranten gegenüber. Die rechtsgerichtete Kundgebung unterstellte, Ausländer seien für die Prügel-Attacke verantwortlich. Die Polizei hatte erklärt, nach Zeugenaussagen hätten zwei der Täter dunkle oder auch braune Haut und sprächen akzentfrei Deutsch.

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