Obdachloser in Koblenz getötet :
Eine Stadt sucht einen Mörder

Von Sebastian Eder, Koblenz
Lesezeit: 4 Min.
Die Polizei hat den Tatort auf dem Hauptfriedhof in Koblenz abgesperrt. Den Weg zum Pulverturm meiden die Besucher.
Gerd Michael Straten war in Koblenz bekannt. Er war obdachlos, hielt sich aber von der Szene fern. Er las gerne Zeitung, saß im Café und verdiente sein Geld mit Flaschensammeln. Besuch in einem Ort, der entsetzt ist angesichts eines grausamen Verbrechens.

Es ist ein einsamer Ort, an dem die Leiche von Gerd Michael Straten gefunden wurde. Um zu dem „Pulverturm“ auf dem Hauptfriedhof in Koblenz zu kommen, an dem der Obdachlose laut Polizei zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen vergangener Woche ermordet wurde, muss man einem menschenleeren, mit Moos überzogenen Weg auf einen Hügel folgen. Hier gibt es keine Besucher und keine Familiengräber mehr, immer gleiche Grabsteine erinnern stattdessen an im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten. Den Zugang zu dem kleinen Turm verhindert das Absperrband der Polizei, die auf Nachfrage nur erklärt, dass die Leiche am Freitag um 14.40 Uhr „im zugänglichen Bereich unterhalb des Turmes“ gefunden wurde – mit abgetrenntem Kopf.

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