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Großeinsatz : Schlag gegen illegalen Sprengstoffhandel

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Polizeieinsätze fanden unter anderem auch in Berlin statt, insgesamt waren tausend Einsatzkräfte an dem bundesweiten Großeinsatz beteiligt. Bild: dpa

Ein Großeinsatz der Polizei in neun Bundesländern, Kroatien und Litauen war erfolgreich. Dabei ging es um illegalen Sprengstoffhandel und um eine Internetplattform auf der Anleitungen zum Bau von Kriegswaffen, Bomben und zur Herstellung von Sprengstoff veröffentlicht waren.

          Mit einem Großeinsatz in neun Bundesländern, Kroatien und Litauen ist der Polizei ein Schlag gegen den illegalen Sprengstoffhandel gelungen. Das teilten Vertreter der Polizeidirektion Göttingen und der Zentralstelle Internet- und Computerkriminalität der Staatsanwaltschaft Göttingen erst kürzlich mit. Nach ihren Angaben wurde die frei im Internet zugängliche Sprengstoff-Plattform „xplosives.net“ stillgelegt. „Wir konnten die Betreiber des Boards ermitteln und das Boards schließen“, sagte Ingo Rau, Leiter der Zentralstelle der Staatsanwaltschaft. Der Server und zahlreiche Datenträger seien beschlagnahmt worden, teilte der Präsident der Polizeidirektion, Uwe Lührig, mit. Auf der Plattform seien Anleitungen zum Bau von Kriegswaffen und Bomben sowie zur Herstellung von Sprengstoff zu finden gewesen. Außerdem fanden die Ermittler bei Durchsuchungen nach diesen Angaben in erheblicher Menge Grundstoffe zur Herstellung von Betäubungsmitteln, Sprengstoffe, Betäubungsmittel und Waffen sowie Speichermedien.

          Die Durchsuchungen richteten sich gegen 22 Beschuldigte im Alter von 17 bis 55 Jahren, darunter auch die fünf Betreiber der Plattform und zwei technische Administratoren. Alle Männer hätten die deutsche Staatsangehörigkeit, hieß es. Bislang wurde niemand verhaftet. Der Einsatz begann nach Angaben der Göttinger Polizei morgens um 4.30 Uhr an insgesamt 34 Orten in Deutschland sowie in Litauen und Kroatien. Im Bundesgebiet erfolgten die Durchsuchungen in Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hessen, Baden-Württemberg und Thüringen. Bei den Durchsuchungen seien Sprengstoff und Rauschgift sichergestellt worden. Insgesamt waren nach Angaben der Göttinger Polizei rund tausend Einsatzkräfte daran beteiligt.

          Die Sprengstoff-Plattform war nach bisherigen Erkenntnissen seit dem Jahr 2006 über das Internet erreichbar. Im vergangenen Jahr gab es rund 360 aktive Mitglieder. Etwa 3.000 Mitglieder waren insgesamt registriert. Es gibt Hinweise darauf, dass sich die Mitglieder zu „Spreng Conventions“ in der realen Welt getroffen haben. Hinweise auf ein politisches Motiv liegen nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei nicht vor. Einen politischen Hintergrund gebe es nicht, sagte Polizeipräsident Lührig. Eher sei von einer Wettbewerbssituation auszugehen: „Das waren fast Meisterschaften, die dort ausgespielt worden sind.“

          Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) bedankte sich bei den Einsatzkräften. „Illegale virtuelle Marktplätze, seien sie für Waffen, Drogen oder Sprengstoffe – wie die Plattform, gegen die sich der heutige Einsatz gerichtet hat –, sind im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich.“

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