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Opfer schwer verletzt : Polizei fasst Verdächtige nach Überfall in Gesundbrunnen

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Polizisten stehen am frühen Samstagmorgen hinter einer Absperrung in der Prinzenallee. Bild: dpa

Mehr als 100 Polizisten haben nach einem Überfall in Berlin fünf Verdächtige gefasst. Sie sollen sich an dem Opfer gerächt haben, weil es Streit auf einer Hochzeit gab. Eine Frau, die getötet wurde, gehörte wohl zu den Angreifern.

          Rund zwei Wochen nach einem blutigen Überfall in Berlin-Gesundbrunnen, bei dem eine Frau erschossen wurde, hat die Polizei fünf mutmaßliche Täter gefasst. Mehr als 100 Polizisten, darunter auch Mitglieder von Spezialeinheiten, nahmen die Männer am Mittwoch in Berlin und Brandenburg fest, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Sechs Wohnungen wurden durchsucht. Ermittelt wird wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.

          Am Abend des 26. Oktober war es bei einer bosnischen Hochzeit zu einem Streit gekommen. Danach verfolgten die Täter einen 39-jährigen Mann bis zu einer Kneipe. Dort griffen sie ihn mit einem Beil, einer Pistole, einem Hockeyschläger und weiteren Gegenständen an. Das 39-jährige Opfer wurde schwer verletzt.

          Zu der Gruppe der Angreifer gehörte auch eine 23-jährige Frau. Sie wurde durch einen versehentlichen Schuss aus der Pistole ihres 28-jährigen Bruders getötet. Die anderen Verdächtigen sind 19, 23, 30 und 48 Jahre alt. Nach weiteren Tätern wird noch gesucht.

          Nach dem Überfall war zunächst von einem Streit bei einem Pokerturnier die Rede. Die Polizei stellte aber schnell fest, dass es sich um einen gezielten Angriff auf den 39-jährigen Mann handelte. Durch andere Hinweise und die Identität der getöteten Frau sowie des schwer verletzten Mannes zeigte sich, dass alle Beteiligten aus Balkanländern stammten und Verbindungen zueinander hatten.

          Der Stadtteil Gesundbrunnen, im Bezirk Mitte zwischen Wedding und der früheren Mauer gelegen, gilt als Problemkiez mit hohen Kriminalitätsraten. Vorfälle in der Gegend um die Prinzenallee und die Soldiner Straße beschäftigen die Polizei häufiger. Im Oktober 2017 schoss in der Prinzenallee ein 50-jähriger Mann mehrfach auf einen 30-Jährigen, der schwer verletzt wurde. Im Juli dieses Jahres feuerten Unbekannte mehrere Schüsse auf ein Lokal ab.

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