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Statistik : Polizisten erschossen 2014 sieben Menschen

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„Halt! Oder ich schieße“: ein Polizist beim Training Bild: dpa

Im Schnitt alle zehn Tage schießt in Deutschland ein Polizist aus seiner Dienstwaffe, meist handeln die Beamten aus Notwehr. Mit den Folgen haben viele lange zu Kämpfen.

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          Polizisten in Deutschland haben im vergangenen Jahr 7 Menschen mit ihrer Dienstwaffe erschossen und 31 durch Kugeln verletzt. In insgesamt 46 Fällen schossen die Beamten gezielt auf Menschen, meistens in Notwehr (41 Mal, sechs der sieben Toten). Da die Polizisten nicht bei jedem gezielten Schuss trafen, gab es 2014 weniger Verletzte und Todesopfer als Vorfälle insgesamt. In einem Fall wurde ein Mensch auf der Flucht erschossen.

          Die Zahlen gehen aus Statistiken für die Innenministerkonferenz (IMK) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Hannover am Freitag vorlagen. Die 46 Fälle, in denen Polizisten einmal oder mehrfach auf Menschen anlegten und auch abdrückten, liegen leicht über dem langjährigen Schnitt. Rechnerisch schossen die Beamten im vergangenen Jahr etwa jeden achten Tag. Im langjährigen Mittel ist es nur jeder zehnte Tag.

          Meist trifft es Streifenpolizisten

          In den Notsituationen, in denen sich Polizisten mit der Waffe verteidigten oder anderen in Lebensgefahr halfen, gab es 2014 einen unbeteiligten Verletzten. Den Ort dazu nennt die Statistik ebenso wenig wie Orte zu den Opfern, bei denen sich der Schusswaffengebrauch im Nachhinein als gerechtfertigt erwies.

          Von 1998 bis 2012 gab es 656 Ernstfälle mit 109 Toten, wie dpa-Berechnungen anhand der IMK-Statistiken zeigen. Der Großteil ereignete sich bei gefährlichen Attacken auf die Beamten, die dann oft nur Sekundenbruchteile für die Selbstverteidigung hatten. Häufig handelten Streifenpolizisten: Sie üben zwar den Ernstfall, aber dass sie solche Situationen in ihrer Karriere tatsächlich erleben, ist eher unwahrscheinlich.

          Auch wenn es rechnerisch gesehen alle paar Tage vorkommt, dass aus einer Polizeiwaffe geschossen wird: Es handelt sich immer noch um Einzelfälle, obwohl Polizisten verstärkt über Attacken auf Beamte klagen. Polizeigewerkschaften sprechen von einer zunehmenden Gewaltbereitschaft.

          Viele traumatisierte Polizisten

          Die meisten Dienstwaffen der Streifenpolizisten sind in ihrer Bauart auf Selbstverteidigung ausgelegt. In der Regel müssen die Pistolen auf Streifendienst durchgeladen sein und sind ohne das Umlegen einer Sicherung schussbereit. Für das Durchziehen des Abzugs braucht es jedoch relativ viel Kraft. Die meisten Polizisten in Deutschland tragen 9-Millimeter-Waffen – ein Großkaliber, das stets Todesgefahr birgt.

          Wenn Polizisten ihre Waffen tatsächlich gegen Menschen richten müssen, ist das für viele von ihnen der Beginn eines langen Leidens. Der Polizist Oliver Tschirner hat 2009 für eine Masterarbeit an der Hochschule der Deutschen Polizei in Münster Polizisten befragt, die im Dienst einen Menschen getötet haben. Eines seiner Ergebnisse: Viele Polizisten sind danach ein Leben lang traumatisiert. Nur ein Drittel kehrt demnach bald in den Dienst zurück. Beim zweiten Drittel gelten die Folgen als langwierig, oft müssen die Kollegen zum Innendienst. Das letzte Drittel leidet fortwährend und ist lange therapiebedürftig.

          In 10.157 Fällen schossen Polizisten 2014 übrigens auf gefährliche, verletzte oder kranke Tiere – etwa nach Unfällen auf verletzte Rehe. In 46 Fällen schossen sie auf Sachen, etwa Türen oder Autoreifen.

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