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Ermittlungen gegen Rocker : Polizei durchsucht Räume von „Osmanen“

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Mitglieder der Rockergruppe „Osmanen“, Charter Frankfurt, am Anfang 2016 bei einer Boxveranstaltung in der Stadthalle von Offenbach. Bild: dpa

Wegen Geldwäsche, Urkundenfälschung, Erpressung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz wird gegen die rockerähnliche Gruppierung der Osmanen ermittelt. Nicht nur in Hessen gab es heute Durchsuchungen.

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          Die Polizei hat in Hessen und vier anderen Bundesländern erneut Gewerbe- und Privaträume der rockerähnlichen Gruppierung Osmanen durchsucht. Bei der Aktion am Dienstagmorgen gegen die als türkisch-nationalistisch eingestufte Gruppe ging es um Geldwäsche, Urkundenfälschung, Erpressung und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, wie die Staatsanwaltschaft in Darmstadt und das Landeskriminalamt in Wiesbaden mitteilten.

          Ermittelt wird gegen zehn Beschuldigte im Alter zwischen 29 und 56 Jahren sowie gegen zwei Firmen. Die Durchsuchung habe sich aus der Razzia im November 2016 in dem Milieu ergeben. Damals waren in sechs Bundesländern - mit Schwerpunkt Hessen - rund 50 Räume durchsucht und zahlreiche Unterlagen, Geld, Waffen und Betäubungsmittel sichergestellt worden.

          Insgesamt seien 17 Objekte in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen durchsucht worden - davon 9 in Hessen. Neben Wohnungen nahmen die Ermittler auch zwei Firmen unter die Lupe. Ziel sei es gewesen, Beweismittel, wie beispielsweise Unterlagen, Schriftstücke und Datenträger sicher zu stellen.

          Haftbefehle lagen nicht vor. „Wenn jemand festgenommen wurde, dann nur vorübergehend“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

          Die „Offenbach Post“ hatte zuvor online über die Durchsuchungen berichtet. Danach wurden in Hessen in Münster und Eppertshausen (beide Kreis Darmstadt-Dieburg) Häuser durchsucht. Die Polizei sei nach Aussage von Augenzeugen mit einem Großaufgebot im Einsatz gewesen. Einzelheiten wollten die Ermittler am Nachmittag bekannt geben.

          Nach einer groß angelegten Razzia gegen die Osmanen Ende vergangenen Jahres waren drei Männer in Untersuchungshaft genommen worden. Zwei von ihnen sollen Anfang August 2016 einen Handgranaten-Anschlag auf ein Shisha-Café in Saarbrücken begangen und der dritte den Auftrag dazu gegeben haben. Dem Anschlag waren Auseinandersetzungen zwischen den Osmanen und den kurdischen Bahoz vorangegangen. Vier andere Männer waren damals vorübergehend festgenommen worden. Ob sie unter den zehn Beschuldigten der Razzia vom Dienstag sind, war zunächst unklar.

          Die Auswertung der damals beschlagnahmten Unterlagen dauert noch an. Ziel war es, Beweismittel zu finden, die Strukturen der Organisation aufzuhellen und Täter zu ermitteln.

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