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Joaquín Guzmán : Politiker kritisieren Sean Penn wegen „El Chapo“-Interview

  • Aktualisiert am

Der Star und der Drogenboss: Sean Penns Gespräch mit Joaquín „El Chapo“ Guzmán sorgt für Wirbel. Bild: ROLLING STONE

Das Treffen des Hollywood-Stars mit dem mächtigsten Drogenboss der Welt hat eine Kontroverse ausgelöst. „Grotesk“, sagt ein Präsidentschaftsbewerber – „unerträglich“, ist aus dem Weißen Haus zu hören.

          Hollywoodstar Sean Penn steht nach seinem Geheimtreffen mit dem mächtigsten Drogenboss der Welt, dem Mexikaner Joaquín Guzmán („El Chapo“), in der Kritik. Ein Sprecher des Weißen Haus sagte am Sonntag, es sei „unerträglich“, wie Guzmán mit seinen Verbrechen geprahlt habe. Das „sogenannte Interview“ werfe einige „interessante Fragen“ an Penn und andere Beteiligte auf, sagte der Stabschef von Präsident Barack Obama, Denis McDonough, dem Fernsehsender CNN.

          Scharfe Kritik kam auch von dem republikanischen Präsidentschaftsbewerber Marco Rubio. Der Schauspieler habe natürlich das „verfassungsmäßige Recht, sich bei einem Verbrecher und Drogenhändler einzuschleimen“, sagte der Senator. „Ich finde das aber grotesk.“

          Guzmán hatte während seiner Flucht nach einem spektakulären Gefängnisausbruch Penn ein Interview gegeben, das am Samstagabend vom Magazin „Rolling Stone“ online veröffentlicht wurde. Womöglich wurde seine Eitelkeit dem 58-Jährigen zum Verhängnis. Generalstaatsanwältin Arely Gómez betonte nach der Festnahme, man sei Guzmán auf die Spur gekommen, nachdem er „Schauspielerinnen und Produzenten“ kontaktiert hatte, um einen Film über sein Leben drehen zu lassen. Am Montag startete Mexiko offiziell das Verfahren, mit dem Guzmán an die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden soll.

          Das Interview löste auch in Mexiko eine Kontroverse aus. Mehrere Parlamentarier forderten die Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto auf, von den Vereinigten Staaten die Herausgabe der von Penn erhaltenen Video- und Tonbandaufzeichnungen mit den Aussagen Guzmáns zu beantragen, berichtete die Zeitung „Milenio“. Es sei notwendig, zu erfahren, was genau der Drogenboss Penn und der mexikanischen Schauspielerin Kate del Castillo gesagt habe. Del Castillo hatte den Kontakt für das Interview hergestellt.

          Die beiden Schauspieler seien auch Ziel von Ermittlungen der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft, sagte ein Mitarbeiter der Behörde. Es sei aber noch unklar, ob sie mit dem Treffen nicht gegen das Gesetz verstoßen hätten.

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