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Tödliche Schüsse auf Schwarzen : Demonstrationen und Ausschreitungen in Philadelphia

  • Aktualisiert am

Demonstranten protestieren Dienstagabend in Philadelphia, am Tag nachdem die Polizei einen Afroamerikaner erschossen hatte. Bild: Gabriella Audi/AFP

Er soll ein Messer in der Hand gehabt haben, als die Polizisten ihn erschossen. Doch wegen Zweifeln an der offiziellen Version gab es den zweiten Tag in Folge Proteste in Philadelphia. Dabei kam es auch zu Plünderungen.

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          Nach dem Tod eines Afroamerikaners im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania ist es in der zweiten Nacht in Folge zu Ausschreitungen in der Großstadt Philadelphia gekommen. „Eine große Gruppe mit etwa 1000 Menschen plündert Unternehmen in der Gegend von Castor und Aramingo“, teilte die örtliche Polizei am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Bilder des Senders Fox zeigten einige maskierte Menschen, die offenbar in einem Geschäft ein- und ausgingen.

          Zu den Gewalttaten kam es, nachdem ein 27 Jahre alter Schwarzer von Polizisten getötet worden war. Der Mann sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe dieses trotz mehrerer Aufforderungen nicht fallen lassen, hatte ein Polizeisprecher einem örtlichen Fernsehsender gesagt. Der Verdächtige habe sich auf die Polizisten zubewegt, woraufhin zwei Beamte mehrmals auf ihn gefeuert hätten.

          Nach dem Vorfall vom Montagnachmittag war es bereits in der Nacht zum Dienstag zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden Medienberichten zufolge mehrere Polizisten verletzt, es gab auch Festnahmen.

          Video der tödlichen Schüsse

          Bürgermeister Jim Kenney hatte mit Blick auf den Vorfall, der von Passanten mit Smartphones gefilmt worden war, erklärt: „Ich habe das Video dieses tragischen Vorfalls gesehen. Es wirft schwierige Fragen auf, die beantwortet werden müssen.“ Polizeichefin Danielle Outlaw versprach eine gründliche Untersuchung des Falls.

          In den Vereinigten Staaten war es seit Ende Mai landesweit zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen. Der Auslöser der Proteste war die brutale Tötung des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis gewesen.

          Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hatte den Angehörigen des Toten Mitgefühl ausgesprochen, aber auch die Ausschreitungen verurteilt: „Gleichzeitig entschuldigt Wut über die sehr realen Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft keine Gewalt“. Angriffe auf Polizisten und die Zerstörung kleiner Unternehmen brächten keine Gerechtigkeit.

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