https://www.faz.net/-gum-9th12

Pfarrer verfolgt : Seniorin wegen Stalking verurteilt

  • Aktualisiert am

Das Amtsgericht in Meschede: hier musste sich eine 76-jährige Frau verantworten, nachdem sie fast 19 Jahre einem Pfarrer nachgestellt hatte. Bild: Picture-Alliance

Neun Monate auf Bewährung: So lautet die Strafe für eine 76 Jahre alte Seniorin, die einem Pfarrer über viele Jahre hinweg Avancen gemacht und sogar nackt vor seinem Pfarrhaus getanzt hat.

          1 Min.

          Nackttänze vor dem Pfarrhaus und Liebes-Avancen über viele Jahre: Wegen Stalkings gegen einen katholischen Pfarrer im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) ist eine 76-Jährige am Montag zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Gericht kam – anders als in vielen vorangegangenen Verfahren in dem Fall – zu dem Schluss, dass die Frau voll schuldfähig ist, wie es vom Amtsgericht Meschede hieß.

          Die Frau habe den jetzt 65 Jahre alten Pfarrer in Meschede-Freienohl im Jahr 2000 kennengelernt und sich derart in eine angebliche Liebesbeziehung hineingesteigert, dass sie ihm seither massiv nachstellte, so das Gericht. Durch ihre auch nächtlichen Kontaktversuche sei der Pfarrer bereits erheblich gesundheitlich beeinträchtigt, leide an starkem Bluthochdruck und Schlafstörungen.

          Bereits mehrfach versuchte der Geistliche die Frau mit juristischen Mitteln zu stoppen, doch sie habe nicht aufgehört, ihn zu belästigen. So habe sie seinen Garten wiederholt mit Phallussymbolen wie Möhren oder Bananen dekoriert, ihm obszöne Worte zugerufen, sich vor seinen Augen entblößt und einen Tanz aufgeführt.

          Dass die Frau mit einer Bewährungsstrafe davonkommt, liegt nach Angaben des Amtsgerichts daran, dass bisherige Prozesse im Freispruch endeten oder eingestellt wurden. Auch das neue Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Verteidiger der Frau habe bereits angekündigt, dagegen vorgehen zu wollen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          SPD unter neuer Führung : Auf Linkskurs

          Unter Esken und Walter-Borjans wird die SPD einen Linkskurs einschlagen, mit dem sie vor die „Agenda 2010“ zurückfällt. Damit gibt sie allerdings auch den Anspruch auf die „Mitte“ auf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.