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Toni Schuberl und Rosi Steinberger (beide Grüne) vor der JVA Straubing Bild: change.org Deutschland

Protest von Häftlingen : Weihnachten? Kein Grund für einen Anruf

Bayerische Gefangene dürfen mit ihren Angehörigen nur in dringenden Fällen am Telefon sprechen. Gegen diese Beschränkungen wehren sich nun Häftlinge in Straubing.

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          Von außen sieht das Gefängnis beinahe freundlich aus – ein weißes Gebäude mit rotem Spitzdach, an der Fassade prangt ein steinernes bayerisches Wappen. Drinnen geht es durch die Sicherheitskontrolle ins Untergeschoss, in einen Warteraum, in dem grelles Licht auf den gelb-braun gesprenkelten Linoleumboden der JVA Straubing fällt. Im Hintergrund hört man einen Schlüsselbund klimpern, schwere Türen auf- und zugehen. Eine Beamtin in dunkelblauer Uniform führt durch einen schmalen Gang und schließt die Tür zu einem Raum auf. Hinter einer Plexiglasscheibe sitzt Jannik Schäfer. Er ist 32 Jahre alt, hat braune Haare und wache Augen. Sein Gesicht ist von einer FFP2-Maske verdeckt. Seit sieben Jahren sitzt er in Haft.

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Was fehlt ihm am meisten aus dem Leben in Freiheit? Schäfers Antwort kommt ohne Zögern: Nicht den bloßen Kontakt zur Außenwelt vermisst er besonders, sondern die direkte Interaktion mit anderen. Ein Lied zu hören, sich dabei an etwas zu erinnern oder etwas Bestimmtes zu empfinden – und das dann dem Kumpel, der Mutter, der Freundin einfach zu erzählen, persönlich, am Handy oder in einer Nachricht. Statt einen Brief zu schreiben und die Antwort erst nach Tagen oder Wochen zu bekommen, wenn der Moment und die Empfindung längst verflogen sind. „Ich wünschte, ich könnte jetzt mit dir reden“: Diesen Satz, sagt Schäfer, habe jeder Insasse schon mal geschrieben oder gelesen.

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