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Französische Opfer : Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall Epstein

  • Aktualisiert am

Jeffrey Epstein besaß in Frankreich viele Kontakte und auch Immobilien, wie hier im 16. Bezirk von Paris. Bild: AP

Der verstorbene amerikanische Multimillionär Jeffrey Epstein hatte zahlreiche Verbindungen nach Frankreich. Nun ermittelt die Pariser Staatsanwaltschaft wegen möglicher Vergewaltigungen und weiterer Übergriffe.

          Im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den verstorbenen amerikanischen Multimillionär Jeffrey Epstein hat die französische Justiz Ermittlungen wegen Vergewaltigungen und anderer sexueller Übergriffe eingeleitet. Dabei sollen mögliche Vergehen gegen teils minderjährige Mädchen untersucht werden, wie die Staatsanwaltschaft in Paris am Freitag mitteilte. Die Ermittlungen konzentrierten sich demnach auf „potentielle Verbrechen gegen französische Opfer auf nationalem Gebiet ebenso wie im Ausland, und auf Verdächtige, die französische Staatsbürger sind“.

          Mögliche Anklagen könnten wegen Vergewaltigung und sexuellem Missbrauchs von Minderjährigen, einschließlich Jugendlichen unter 15 Jahren, erhoben werden, führte der zuständige Staatsanwalt aus. Untersucht werden sollen ihm zufolge zudem Vorwürfe, wonach Epstein und Komplizen an einem Kinderhandelsring beteiligt gewesen sein sollen. Demnach geht es auch um mögliche Straftaten, die „mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren geahndet werden“.

          Zeugenaussagen gesammelt

          Die französische Opferschutzorganisation Innocence en Danger (Unschuld in Gefahr) hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass sie mehrere Zeugenaussagen über Missbrauchsfälle in Verbindung mit Epstein gesammelt und an die Justizbehörden in Frankreich und den Vereinigten Staaten weitergeleitet habe. Nicht alle der mutmaßlichen Opfer waren demnach Franzosen, jedoch hätten sich die Taten auf „französischem Boden ereignet und seien wahrscheinlich von Franzosen verübt worden“, erklärte die Direktorin der Organisation Homayra Sellier.

          Epstein, der in den Vereinigten Staaten wegen diverser Sexualverbrechen angeklagt war und nach Angaben des amerikanischen Justizministeriums vor knapp zwei Wochen Suizid in seiner New Yorker Gefängniszelle beging, hatte zahlreiche persönliche Verbindungen zu Frankreich. Er besaß ein Luxus-Apartment nahe dem Pariser Boulevard Champs-Elysées. Vor seiner Festnahme in New York Anfang Juli war er gerade aus Frankreich in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt.

          Einer von Epsteins engen Vertrauten war der einst einflussreiche französische Modelagentur-Gründer Jean-Luc Brunel. In Gerichtsdokumenten wird Brunel Vergewaltigung vorgeworfen. Zudem soll er Epstein junge Mädchen beschafft haben. Brunel hat die Vorwürfe gegen ihn in der Vergangenheit stets zurückgewiesen. Seit der Anklage gegen Epstein hat er sich jedoch in der Öffentlichkeit nicht mehr geäußert.

          Epstein selbst soll jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Bei einer Verurteilung hätten dem 66-Jährigen, der enge Kontakte zu hochrangigen Politikern und Prominenten unterhalten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht.

          Zu Epsteins früherem Freundeskreis zählten unter anderem der heutige amerikanische Präsident Donald Trump, der frühere amerikanische Präsident Bill Clinton und der britische Prinz Andrew. Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen letzteren, die von mutmaßlichen Opfern Epsteins erhoben wurden, wies der Buckingham-Palast zuletzt zurück.

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