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„Hitler hatte recht“ : Pariser Restaurant mit antisemitischen Parolen beschmiert

  • Aktualisiert am

Noémie Madar, Vorsitzende der UEJF, der Union jüdischer Studierender in Frankreich. Bild: AFP

Hakenkreuze, SS-Runen und menschenverachtende Parolen auf Mobiliar und Wänden: In Paris wurde ein koscheres Restaurant verwüstet und mit antisemitischen Hetzschriften besprüht. Aus der jüdischen Gemeinde kommen deutliche Worte.

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          „Hitler hatte recht“ und „schmutziger Jude“ steht an den Wänden des Schnellrestaurants: Unbekannte haben ein koscheres Lokal in Paris verwüstet und antisemitische Parolen und Hakenkreuze an Wände, Tische und auf den Boden geschmiert. Das berichtet die französische Zeitung „20 minutes“ unter Berufung auf die Polizei.

          Demnach haben sich die Täter am spätem Donnerstagabend, als das Restaurant bereits geschlossen war, Zutritt verschafft, indem sie das Eisengitter vor dem Geschäft zertrennten. Anschließend sollen sie den Laden geplündert, verwüstet und unter Wasser gesetzt haben. Aus einer Kasse sei zudem Geld gestohlen worden.

          Kein Einzelfall

          Auf einem Video, das die Union jüdischer Studierender in Frankreich (UEJF) auf Twitter veröffentlichte, sind mehrere Hakenkreuze sowie SS-Runen auf Boden und auf den Wänden des Lokals zu sehen. An einer der Wände steht „Free Palestine“ – „befreit Palästina“. Stühle und Scheiben des Landes sind beschädigt, anderes Mobiliar offensichtlich gewaltsam herausgerissen und durch das Restaurant geschleudert.

          Der Besitzer des Restaurants habe die Tat erst am Freitagmorgen bemerkt, als er das Restaurant zur regulären Zeit öffnen wollte. Das Lokal befindet sich im 19. Arrondissement in Paris, in einer Gegend, die „la petite Jérusalem“ – „Klein-Jerusalem“ –, genannt wird. Ein Großteil der Geschäfte in der Gegend ist koscher, viele Mitglieder der jüdischen Gemeinde leben dort.

          „Diese Bilder erinnern uns mitten im Prozess gegen die Anschläge auf Charlie Hebdo und die Geiselnahme an der Porte de Vincennes vor fünf Jahren daran, wie weit verbreitet der Antisemitismus in Frankreich ist“, sagte Noémie Madar, Vorsitzende der UEJF gegenüber dem französischen Radiosender „France Bleu“. Sie prangerte zudem an, dass solche Angriffe längst keine Einzelfälle mehr seien und es schwer geworden sei, als Jüdin in Frankreich zu leben, ohne um sein Leben fürchten zu müssen und sich täglich bedroht zu fühlen.

          Die Pariser Bürgermeisterin, Anne Hidalgo, verurteilte „den abscheulichen Akt antisemitischen Vandalismus'“ und sprach der jüdischen Gemeinde ihre Unterstützung auf Twitter zu. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Verdächtige konnten bislang nicht verhaftet werden.

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