https://www.faz.net/-gum-98blm

Paketbomben in Austin : Mutmaßlicher Attentäter sprengt sich vor Festnahme in die Luft

  • Aktualisiert am

FBI-Agenten am Ort einer der Paketbomben-Explosion in Austin. (Archivbild) Bild: dpa

Nach einer Serie von Paketbombenanschlägen in Austin hat sich der mutmaßliche Täter selbst in die Luft gesprengt. Er entging damit in Austin seiner Festnahme.

          2 Min.

          Der Verdächtige in einer Serie von Paketbomben-Anschlägen im amerikanischen Austin ist tot. Wie die Polizei am Mittwochmorgen bestätigte, sprengte sich der Mann in seinem Auto in die Luft. Die Behörden warnten jedoch, dass die Gefahr noch nicht vorüber sei: Der Mann habe vielleicht vor seinem Tod noch weitere Bomben abgeschickt oder plaziert.

          Als der mutmaßliche Attentäter von der Polizei verfolgt wurde und festgenommen werden sollte, tötete er sich mit einem Sprengsatz selbst, so die Ermittler. Zuvor hatte der Lokalsender KVUE berichtet, dass der mutmaßliche Paketbomben-Attentäter von Austin bei einem Polizeieinsatz getötet wurde. Eine Reporterin des Senders hatte berichtet, die Bundespolizei FBI habe einen Verdächtigen im Zusammenhang mit der Bombenserie festgenommen. Dabei seien Schüsse gefallen, zudem habe der Verdächtige einen Sprengsatz explodieren lassen.

          Ein Reporter des Austin American-Statesman, twitterte am frühen Mittwochmorgen, dass es der Polizei mithilfe von Mobilfunktechnologie, Sicherheitsvideos und Rechnungen aus einem Geschäft gelungen sei, dem Täter auf die Spur zu kommen. Er berief sich dabei auf offizielle Quellen. Der Verdächtige habe sich mit einem „explosiven Gegenstand“ selbst getötet.

          Nähere Angaben zur Identität des mutmaßlichen Täters machte die Polizei zunächst nicht. Er wurde als ein 24 Jahre alter Weißer beschrieben. In späteren Medienberichten hieß es, der Mann heiße Mark Anthony Conditt und sei 23 Jahre alt.

          KEYE TV berichtete, Ermittler hätten den Verdächtigen anhand von Videos von Überwachungskameras ausgemacht, die ihn am Sonntag bei der Aufgabe zweier Pakete in einem Geschäft des Paketzustellers Fedex in Austin zeigten. Eines dieser Pakete sei in der Nacht zum Dienstag in der Fedex-Filiale in der Kleinstadt Schertz nahe San Antonio explodiert, zitierte der Sender seine Quellen.

          Die rätselhafte Serie von Bombenexplosionen in und um die texanische Hauptstadt Austin hatte seit Anfang März die Behörden und die Bevölkerung in Atem gehalten. Zwei Menschen waren durch Paketbomben getötet worden, weitere trugen teils schwere Verletzungen davon.

          Erst am Sonntagabend waren abermals zwei Menschen bei einer Explosion verletzt worden. „Wir nehmen an, dass dies in Zusammenhang mit den anderen Bombenanschlägen steht, die sich in den letzten anderthalb Wochen in unserer Gemeinde ereignet haben“, teilte Austins Polizeichef Brian Manley in der Nacht zum Montag mit. Bei den Verletzten handelte es sich um zwei Männer in den Zwanzigern.

          Auch am Dienstag war die rätselhafte Serie der Explosionen weitergegangen. Nach der Explosion des Pakets in Schertz wurde am Abend in der Nähe von Austin eine weitere Explosion gemeldet – diesmal in einem Second-Hand-Laden, dessen Erlöse wohltätigen Zwecke zugutekommen. Nach ersten Erkenntnissen gab es nur Leichtverletzte. Bei FedEx in der Nähe des Flughafens von Austin wurde derweil noch ein weiteres Paket entdeckt, das einen Sprengsatz enthielt.

          Es konnte dem FBI zufolge rechtzeitig unschädlich gemacht werden. Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, man müsse den oder die Täter so schnell wie möglich finden. Wer so etwas tue, sei krank. Auch nach dem Tod des Täters meldete er sich heute via Twitter zu Wort und gratulierte den Ermittlern zu ihrer Arbeit.

          In Austin gingen seit Monatsbeginn mehrere Paketbomben hoch. Sie töteten zwei Menschen, weitere wurden verletzt. Ein Mann sowie ein Teenager waren getötet und zwei Frauen verletzt worden, eine von ihnen schwer. In der Nacht zu Montag explodierte eine vierte Bombe. Das FBI und weitere Behörden setzten bis zu umgerechnet rund 93.000 Euro Belohnung für Hinweise auf die Täter aus.

          Nach den ersten drei Bomben hatten die Ermittler unter anderem ein rassistisches Motiv vermutet, weil die Opfer Afroamerikaner und eine Frau hispanischen Ursprungs waren. Die vierte Bombe passte aber nicht in dieses Muster, weil sie anders als die Pakete nicht genau adressiert war und jeden hätte treffen können.

          Weitere Themen

          Vier Tote durch Schüsse in New York

          Brooklyn : Vier Tote durch Schüsse in New York

          In New York wurden vier Menschen durch Schüsse getötet, drei weitere wurden verletzt. Festnahmen gab es laut Polizei noch keine. Die Tat ereignete sich in einem illegalen Club für Glücksspiel.

          Topmeldungen

          Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer im Oktober in Paris

          Islamismus in Frankreich : Kleingruppen gegen Fundamentalismus

          Mit einer neuen Schulpolitik will Frankreich Jugendliche aus Einwandererfamilien besser fördern – und so dem Islamismus entgegenwirken. Bildungsminister Blanquer hat als Schuldirektor den wachsenden Einfluss des Fundamentalismus erlebt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.