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Im Schrank gefundener Junge : Haftbefehl gegen Pädophilie-Verdächtigen

  • Aktualisiert am

Ein Polizeiwagen vor der Wohnung des 44 Jahre alten Pädophilieverdächtigen in Recklinghausen Bild: dpa

Die Polizei findet bei der Durchsuchung eines Pädophilie-Verdächtigen einen seit über zwei Jahren vermissten Jungen. Der 44 Jahre alte Mann sitzt nun in Untersuchungshaft.

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          Gegen einen 44 Jahre alten Mann ist Haftbefehl erlassen worden. In seiner Wohnung im Ruhrgebiet war überraschend ein seit über zwei Jahren vermisster 15-jähriger Junge entdeckt worden. Der Mann sei am Samstag einem Haftrichter vorgeführt worden. Dieser habe Haftbefehl wegen einer schwerwiegenden Sexualstraftat erlassen, teilte die Polizei in Recklinghausen am Samstagabend mit. Der „Süddeutschen Zeitung“ sagte Andreas Wilming-Weber, Pressesprecher der Polizei, dies sei die Formulierung, „auf die wir uns aus Opferschutzgründen geeinigt haben“.

          Der vermisste Jugendliche war am Freitag in der Wohnung des 44-Jährigen in einem Schrank gefunden worden, als Ermittler diese nach Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs durchsuchten. Der 15-Jährige, der ursprünglich aus einer Wohngruppe im benachbarten Oer-Erkenschwick verschwunden war, wurde zunächst in Gewahrsam genommen und dann in eine Klinik gebracht. „Er war zwei Jahre lang nicht in der Obhut von Erziehungsberechtigten“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Der psychische Zustand des Jungen werde nun fachärztlich untersucht. Er soll in der Wohnung nicht gewaltsam festgehalten worden sein, war laut Medienberichten nicht gefesselt oder geknebelt und konnte sich frei in der Wohnung bewegen. Außerdem habe er keine sichtbaren äußeren Verletzungen aufgewiesen.

          In der Wohnung des 44-Jährigen lebte außerdem sein 77 Jahre alter Vater. Er wurde von der Polizei befragt, kam danach aber wieder auf freien Fuß.

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          Die Durchsuchungen nach möglichen Beweismitteln wie Datenträgern in der offenbar stark zugemüllten Wohnung gingen auch am Samstag weiter. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen stehen nach dem Missbrauchsskandal von Lügde, wo es zahlreiche Ermittlungspannen gab und Beweismaterial abhanden kam, unter erheblichem Druck, wenn es um Kinderpornografie-Ermittlungen geht. Über den Fall des verschwundenen Jungen war noch im Juli in einer Spezialausgabe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ berichtet worden.

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