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Osnabrück : Mord an Neunjähriger nach fast 26 Jahren aufgeklärt

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Der Leiter der Ermittlungen Uwe Hollmann (links) und Oberstaatsanwalt Hubert Feldkamp vor einem Foto der neunjährigen Christina S. Bild: dpa

DNA-Spuren und eine neue Zeugenaussage nach einer Fernsehsendung brachten den Durchbruch. Nach fast 26 Jahren hat die Polizei den Mord an der neunjährigen Christina S. in Osnabrück aufgeklärt. Ein 45 Jahre alter Mann habe gestanden, hieß es.

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          Fast 26 Jahre nach dem Mord an der neunjährigen Christina S. in Osnabrück haben Ermittler den mutmaßlichen Täter gefasst. Der 45 Jahre alte Mann habe gestanden, sagte ein Sprecher der Osnabrücker Staatsanwaltschaft am Dienstag.

          Auf die Spur des Mannes waren die Beamten demnach durch die Auswertung alter DNA-Spuren von der Kleidung des Opfers und einer ergänzenden Zeugenaussage nach der Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ gekommen. Beide Hinweise zusammen hätten nun zu dem Verdächtigen geführt, sagte der Sprecher. Er sei bereits am Sonntag festgenommen worden und sitze nun in Untersuchungshaft.

          Der zur Tatzeit 19 Jahre alte Mann hatte den Angaben zufolge schon damals eine Rolle bei den Ermittlungen gespielt, war jedoch niemals als Verdächtiger betrachtet worden. Sein Name stand allerdings noch in den Akten - und das brachte die Beamten nun auf die richtige Spur, als ein Zuschauer nach der „Aktenzeichen XY“-Sendung dessen Namen nannte. Der Abgleich mit der zwischenzeitlich gesicherten DNA bestätigte dann den Verdacht.

          Christina S. war im November 1987 auf dem Weg zur Grundschule verschwunden und Stunden später tot auf einem Kleingartengelände in Osnabrück-Kalkhügel gefunden worden. Der Fall hatte in der Region für erhebliches Aufsehen gesorgt. Noch zum 25. Jahrestag des Verbrechens im vergangenen November hatten Zeitungen an das Schicksal des Mädchens erinnert.

          Wie die Staatsanwaltschaft nun erklärte, tötete der Verdächtige Christina anscheinend nach einer versuchten Vergewaltigung, um seine Tat zu verdecken. Das gilt als Mord. Weil der Mann damals 19 Jahre alt war, sei bei einem Prozess aber eine Verurteilung nach Jugendrecht denkbar, hieß es. Dann läge die Höchststrafe bei zehn Jahren Haft.

          Nach Angaben der Ermittler waren an der archivierten Kleidung des Mädchens kleinste Hautpartikel des Täters gesichert worden. In den achtziger Jahren war daraus mit der verfügbaren Technik keine DNA zu gewinnen. Inzwischen ist das aber möglich. Experten von Polizei und Staatsanwaltschaft nehmen sich deshalb bundesweit ungelöste Mordfälle vor. Schon mehrfach wurden dadurch seit Jahrzehnten ungeklärte Verbrechen gelöst.

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