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Organisiertes Verbrechen : Kriminelle setzen weltweit 630 Milliarden Euro im Jahr um

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Zur Spende gezwungen: Dieser Ägypter hat eine seiner Nieren für 2300 Dollar verkauft. Bild: AP

Das organisierte Verbrechen macht weltweit einen Jahresumsatz, der dem Bruttoinlandsprodukt so mancher Industriestaaten entspricht. Die Vereinten Nationen werben unter anderem beim illegalen Organhandel um mehr globale Kooperation.

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          Zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität ist nach Einschätzung der Vereinten Nationen eine stärkere internationale Zusammenarbeit nötig. Jedes Jahr setzten organisierte Banden rund 870 Milliarden Dollar (rund 630 Milliarden Euro) um, sagte der Leiter des UN-Büros zur Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), Juri Fedotow.

          Hinzu kämen erhebliche Summen aus individuellen Verbrechen, sagte Fedotow am Rande der jährlichen UN-Tagung zum Thema Kriminalität. Die Konferenz soll daher 14 Resolutionen, etwa zum Organ- und Menschenhandel, verabschieden.

          Kriminelle zwingen arme Menschen zur illegalen Organspende

          Der verbotene Handel mit Organen geht nach Ansicht einer UN-Expertin vor allem zulasten ärmerer Länder. „Mittelsmänner gehen gezielt in Armutsviertel, um Spender zu finden“, sagte Silke Albert vom UNODC. Die Organe der oftmals unfreiwilligen Spender würden dann meist an Kliniken beziehungsweise Patienten aus reicheren Ländern verkauft.

          Ein weiterer thematischer Schwerpunkt der Konferenz liegt auf dem illegalen Holzhandel. Nach Angaben eines Interpol-Experten für Umweltkriminalität weiten organisierte Banden ihre Aktivitäten zunehmend auf diesen Sektor aus. Dabei würden teilweise die selben internationalen Routen wie für den Drogen-, Waffen- und Menschenschmuggel genutzt.

          Acht Milliarden Dollar Umsatz durch verbotenen Holzhandel

          Nach UN-Schätzungen bringt der illegale Handel von Holz allein in Südost-Asien etwa 3,5 Milliarden Dollar jährlich, weltweit seien es bis zu 8 Milliarden Dollar. Menschenhändler kassierten jährlich etwa 32 Milliarden Dollar, hieß es. Bei der Tagung in Wien sind mehr als 800 Vertreter von Staaten und Nichtregierungsorganisationen dabei.

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