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Organisierte Kriminalität : Wie Mafia, Kartelle und Clans durch die Krise kommen

Joaquín "El Chapo" Guzmán grüßt: Ein Unternehmen, das von der Tochter des verurteilten Drogenbosses gegründet wurde, verteilt Hilfspakete in Mexiko. Bild: AFP

Seit Wochen hält das Coronavirus die Welt im Griff – und mit ihr die Unterwelt. Doch die Organisierte Kriminalität könnte auch von der Krise profitieren.

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          Schließlich wurde Gustavo Adolfo Álvarez Téllez, genannt Tavo, eine Corona-Party zum Verhängnis. Die kolumbianische Polizei war dem Drogenboss schon einige Monate auf den Fersen, als sie davon erfuhr. Auf einer Finca, nicht weit von der Karibikküste, von der aus Tavos „Golf-Clan“ laut den Ermittlern jeden Monat tonnenweise Kokain verschifft, waren Dutzende Gäste aus teuren Karossen gestiegen. Bands hatten gespielt, und Alkohol war an dem Abend in großen Mengen geflossen. Ein klarer Verstoß gegen die strenge Ausgangssperre, die wegen der Covid-19-Pandemie in Kolumbien gilt. Dazu kam der Pomp der Party, der die Polizisten aufmerken ließ. Sie beobachteten das Anwesen. Und als sie sicher waren, schlug eine Spezialeinheit zu. Tavo ließ sich ohne Widerstand festnehmen.

          David Klaubert
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Seit Wochen schon hält das Coronavirus die Welt in Griff – und mit ihr die Unterwelt. Von Kolumbien über Italien bis Japan gelten mehr oder weniger strenge Kontakt- und Ausgangssperren. Viele Grenzen sind geschlossen. Die legale Wirtschaft steckt fast überall in einer schweren Krise. Und obwohl Beschränkungen und Gesetze die organisierte Kriminalität sonst wenig scheren, hat das Virus auch erhebliche Auswirkungen auf deren illegale Aktivitäten.

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