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Die Welt des Hackers : Im Netz ist „G0d“ kein Unbekannter

Von Böhmermann sind dort private Adressen, Telefonnummern, eine Bankverbindung, Bahn-Rechnungen und die Namen seiner Kinder zu finden. Auch Fotos der Kinder sollen zu sehen sein. Außerdem wurde eine Direktnachricht auf Twitter mit einem Grünen-Politiker veröffentlicht, in der es ebenfalls um ,Reconquista Internet‘ geht. Der Manager von Böhmermann sagte der ARD, dass da „nichts Neues dabei“ sei. Die Daten seien bereits zuvor von Unbekannten gestohlen und veröffentlicht worden.

In dem Adventskalender ging es mit Kollegen von Böhmermann weiter: „Heute geht es um die ,Anstalt' ARD. Schöne viele Nummern und andere Sachen“, hieß es am 2. Dezember. In langen Listen wurden Telefonnummern von ARD- und ZDF-Mitarbeitern veröffentlicht, auch Presseausweise, Führerscheine, Reisepässe, Adressbücher, Twitter-Privatnachrichten und sogar ein „Impfbuch“ wurden angekündigt. Viele Links sind mittlerweile aber nicht mehr erreichbar. Die Landesrundfunkanstalten der ARD prüfen laut der ARD-Pressestelle gerade, ob und inwieweit einzelne Mitarbeiter betroffen sind.

Mittlerweile gelöschter Account: „G0d“

Während in dieser Liste zum Beispiel auch Mitarbeiter der Satiresendung „Extra 3“ auftauchen, bekam „heute-show“-Moderator Oliver Welke ein eigenes „Türchen“ am 3. Dezember. Zu finden sind dort ähnlich wie bei Jan Böhmermann Telefonnummern und persönliche Daten von Familienmitgliedern, die über Telefonnummern und Geburtsdaten allerdings kaum hinausgehen. Umso prominenter die Doxxing-Opfer im Laufe des Dezembers wurden, umso weniger Informationen präsentierten der oder die Hacker. Bei Til Schweiger, Marteria, Casper, Sido und den Rappern von K.I.Z. geht die Sammlung nicht über Adressen, E-Mail-Adressen und Skype-Namen hinaus.

Viele Daten sind auch ohne größeren Aufwand im Internet zu finden. Dass Til Schweiger ein Luxusloft in Berlin-Kreuzberg hat, ist sogar auf Wikipedia vermerkt. Denn um das Haus, in dem sich die Wohnung befindet, wurde vor der Luxussanierung lange öffentlich gerungen. Die Adresse und Telefonnummer des Vaters eines Youtubers, die ebenfalls in den Daten enthalten sind, sind auf dessen Webseite zu finden. Und zumindest die Straße, in der Rapper Sido lebt, kann man einer Polizeimeldung über einen Brand auf dessen Terrasse vor zwei Jahren entnehmen. Eine andere veröffentlichte Adresse eines Angehörigen findet sich im Telefonbuch. Einige Links zu Facebook-Profilen führen derweil ins Leere.

Umfangreicher sind die Datensammlung bei Youtubern wie „Sallyisg4y“, „RayRoentgen“ und „LeFloid“ – was wiederum zeigen könnte, aus welchem Umfeld der Hacker stammt. Besonders umfassend ist die Sammlung bei dem Journalisten Rayk Anders, der eine Dokumentation über rechtsradikale Trolle im Netz veröffentlicht hatte und seitdem von ihnen attackiert wird. Von ihm sollen angeblich Zeugnisse, E-Mails, Rechnungen, private Bilder und seine Sozialversicherungsnummer zu sehen sein. Die Sicherheitsbehörden gehen laut dem „Tagesspiegel“ dem Verdacht nach, deutsche Rechtsextremisten und Rechtspopulisten könnten an dem Hackerangriff beteiligt sein.

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