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Bisher 1010 Einsätze : Polizei zieht Halbzeitbilanz auf der Wiesn

3,3 Millionen Gäste besuchten bisher das Oktoberfest in München. Bild: dpa

Bislang besuchten 3,3 Millionen Gäste das Münchner Oktoberfest. Straftaten aller Art bleiben da nicht aus – trotz einer gestiegenen Anzahl von Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr ist die Bilanz der Polizei aber positiv.

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          Zu „aggressionsgeleiteten Situationen“, bei denen zum Beispiel Maßkrüge eine Rolle spielen, ist es auf dem Oktoberfest in München nach einer Woche Festbetrieb eher selten gekommen. So wurden bislang 16-mal Streitigkeiten mittels eines Bierkruges ausgetragen. Für die Münchner Polizei ist dies – angesichts der 3,3 Millionen Gäste, die bislang das Oktoberfest besucht haben – ein Grund, am Sonntag zur Zwischenbilanz von einer „sehr positiven und friedlichen Grundstimmung“ auf der Wiesn zu sprechen. Gut gelaunt und geordnet würden die meisten Besucher nicht nur anstehen und den Einlass abwarten, sondern auch während der damit verbundenen Taschenkontrollen kooperieren.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Trotz der Zahl von bislang 1010 Einsätzen, 2018 waren es zu dem Zeitpunkt 924 Einsätze, bewertet die Polizei das Niveau der Straftaten, das etwa dem vom Jahr 2018 entspricht, als positive Entwicklung. 465 Delikte wurden in der ersten Woche registriert und es kam zu 253 Festnahmen. Die meisten Taten waren Körperverletzungsdelikte (128), Betäubungsmittelverstöße (136) und Diebstähle (117). So fiel Taschendiebfahndern aus Berlin am Freitagabend ein Paar auf, das sich besonders für die betrunkenen Gäste interessierte, die das Festgelände verließen. Während die 41 Jahre alte Frau Männer umarmte und zwei von ihnen den Geldbeutel aus der Hosentasche ziehen konnte, sondierte ihr 24 Jahre alter Begleiter die Umgebung. Der Mann und die Frau wurden festgenommen. Sie hatten eine große Summe Bargeld und verschiedene Fremdwährungen dabei.

          Unterstützung für die Polizei aus Italien und Frankreich

          Die Polizei hob am Sonntag besonders auch die im Vergleich zur Besucherzahl niedrige Anzahl von Sexualdelikten hervor: 25 dieser Straftaten wurden bislang registriert, darunter drei Vergewaltigungen. Der überwiegende Teil bezog sich demnach auf Taten, die Übergriffe wie „Anfassen“, „Betatschen“ oder Beleidigungen mit sexueller Grundlage umfassen.

          Auf dem Oktoberfest legt die Polizei – insgesamt sind rund 600 Beamte im Einsatz – stets großen Wert auf schnelles und effektives Einschreiten bei aggressiven Personen. Beobachten konnte man dies am Freitagnachmittag vor einem großen Festzelt: Während drei Polizisten einen offenbar stark alkoholisierten Mann am Boden fixierten, dessen Arme am Rücken gefesselt sind, schirmten mehrere Polizisten den Einsatz nach allen Seiten ab. Sie standen im Halbrund vor den Kollegen, die mit dem Mann beschäftigt sind, und konnten auf diese Weise schnell reagieren, wenn andere Personen versuchen sollten, den Streit fortzusetzen. Zum Sicherheitskonzept gehören somit auch die „Ingewahrsamnahmen“ als „rechtzeitige Intervention“, um potentielle Anschlussstraftaten zu verhindern. Die Zahl dieser Ingewahrsamnahmen hat sich erhöht, von 142 im Jahr 2018 zur Zwischenbilanz auf 165 dieses Jahr. Unterstützt wird die Polizeiarbeit durch rund 650 Ordner sowie Polizeikräfte aus Italien oder Frankreich: Allein 30 ausländische Taschendiebfahnder sind dieses Jahr im Einsatz.

          Die positive Grundstimmung trübt indes ein tödlicher Unfall: Ein 22 Jahre alter französischer Tourist wurde am Freitagabend schwer verletzt, als er nach einem Wiesn-Besuch auf einem S-Bahnhof von einer einfahrenden S-Bahn erfasst und schwer verletzt wurde. Er erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

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