https://www.faz.net/-gum-7hl20

Österreich : Wilderer erschießt vier Menschen

Ein mutmaßlicher Wilderer hat in Niederösterreich vier Menschen erschossen und sich in seinem Haus verschanzt. Bild: reuters

Ein Wilderer hat in Österreich drei Polizisten und einen Rettungswagenfahrer erschossen. Die Polizei wollte ihn in der Nacht zum Dienstag stellen, als er flüchtete und das Feuer auf die Beamten eröffnete.

          2 Min.

          Ein mutmaßlicher Wilderer hat am Dienstag in Österreich auf der Flucht vor der Polizei drei Beamte und einen Rettungssanitäter erschossen. Dann hat der schwer bewaffnete Mann sich in einem Bauernhof verschanzt. Das Haus wurde umstellt, zur Unterstützung forderte die Polizei Schützenpanzer des Bundesheeres an. Versuche, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen, blieben zunächst erfolglos. Am Abend stürmte die Polizei das Haus. Ob der mutmaßliche Täter noch am Leben ist und sich noch in dem Haus befindet, blieb zunächst unklar.

          Er flüchtete zu Fuß

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Er war zuvor mit großer Brutalität und Hinterhältigkeit vorgegangen. Der Mann war kurz nach Mitternacht in eine Straßensperre geraten, die Polizisten errichtet hatten, um einen notorischen Wilderer zu fassen. Offenbar hatte die Polizei einen konkreten Hinweis erhalten und rechnete mit einem gefährlichen Täter, denn in die schon seit langem laufenden Ermittlungen war die Sondereinheit Cobra eingebunden. Zwei Beamte stoppten laut Polizei den Verdächtigen in seinem Auto. Der Mann durchbrach demnach die Sperre, wobei sein Wagen beschädigt wurde, und eröffnete sofort das Feuer. Einen der Polizisten verletzte er dabei schwer; er starb später an seinen Verletzungen. Fast eine Stunde später, während bereits Rettungssanitäter den Verletzten versorgten, schoss der Täter abermals, tötete einen Rot-Kreuz-Mann und verletzte auch den zweiten Polizisten. Der mutmaßliche Wilderer flüchtete zu Fuß, wurde an einer Kreuzung von einem Streifenwagen gestellt und erschoss einen der beiden Polizisten der Streife. Der weitere Polizist wurde später ebenfalls tot aufgefunden, der Täter hatte ihn – oder seinen Leichnam – mitgenommen, als er mit dem Polizeiwagen auf einen etwa 60 Kilometer entfernten Bauernhof flüchtete.

          Der Hof in der Gemeinde Großpriel (etwa 80 Kilometer von Wien entfernt) war das Anwesen des Mannes, den die Polizei bereits der Wilderei verdächtigt hatte. Die „Bezirksblätter Niederösterreich“ beschrieben den Bewohner als 56 Jahre alten Mann, der früher „in exotischen Ländern“ auf Großwildjagd gegangen sei. Unter Freunden habe er damit geprahlt, dass er auch vom Hubschrauber aus gejagt habe. Die Nachrichtenagentur APA berichtete unter Berufung auf den Bezirksjägermeister, dass seit Jahren in der Gegend Hirsche gewildert worden seien. Die Tiere seien in den insgesamt acht bekannten Fällen (davon einer in der Steiermark) nahe einer Straße geschossen worden. Der oder die Wilderer hätten die Kadaver liegenlassen und nur die Köpfe mit den Trophäen mitgenommen. Das Landeskriminalamt Niederösterreich hatte deswegen eine Sonderkommission eingerichtet. Seit dem vorletzten Jahr sei allerdings nichts dergleichen mehr vorgefallen, möglicherweise unter dem Druck der Fahndungen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Werder Bremen: Pure Freude

          Werder bleibt in Bundesliga : Mit Ach und Krach

          „Scheiß Saison, gutes Ende“: Werder bleibt der Fußball-Bundesliga doch noch erhalten, Trainer Florian Kohfeldt ist einfach nur froh. Beim 1. FC Heidenheim genügt den Bremern ein 2:2-Remis, sie profitieren von einem kuriosen Eigentor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.