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Kampf gegen Kinderpornographie : „Pädokriminelle wollen eine gewisse Reputation erwerben“

Razzia 2019 auf dem Campingplatz in Lügde: Eine Polizeibeamtin trägt einen sichergestellten Monitor aus der abgesperrten Parzelle des mutmaßlichen Täters. Bild: dpa

Oberstaatsanwalt Markus Hartmann leitet die Zentralstelle Cybercrime in Nordrhein-Westfalen. Im Interview spricht er über die Bekämpfung von Kinderpornographie, die Fälle Münster und Bergisch Gladbach – und die Täter.

          5 Min.

          Herr Hartmann, im Missbrauchskomplex „Bergisch Gladbach“ hat es in dieser Woche die zweite große Razzia gegeben. In den vergangenen Monaten konnten die von Ihnen geleitete Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW (ZAC) und die Besondere Aufbauorganisation „Berg“ des Polizeipräsidiums Köln in dem Fall schon 330 Beschuldigte in ganz Deutschland und in mehreren europäischen Nachbarländern aufspüren. Was ist Ihr gemeinsames Erfolgsgeheimnis?

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Solche Ermittlungen sind immer eine große Puzzlearbeit. Entscheidend ist in diesem Fall, dass sich Polizei und Staatsanwaltschaft sehr intensiv mit den Chatgruppen befassen, in denen sich Pädokriminelle austauschen. In den Gruppen wird nicht unter echten Namen, sondern mit digitalen Identitäten wie einem Nickname kommuniziert. Kennt man die echte Identität eines Beschuldigten, kommt man meist rasch voran. Voraussetzung ist, dass Polizei und Staatsanwaltschaft reibungslos zusammenarbeiten. Wünschenswert wäre, dass Anbieter von Chat-Plattformen und Messenger-Diensten immer so eng mit uns kooperieren wie im Fall Bergisch Gladbach. Die „Digital Crimes Unit“ des Unternehmens Microsoft hat jeweils ausgesprochen zügig und konstruktiv auf unsere Anfragen geantwortet.

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