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Nordrhein-Westfalen : Neuer Fall von Vernachlässigung: Unterernährter Säugling gestorben

  • Aktualisiert am

Drei Tage vor dem Tod des kleinen André war ein Familienpfleger bei den Eltern, um nach den Kindern zu sehen. Doch entging dem Mitarbeiter der Stadt Iserlohn offenbar, dass der drei Monate alte Säugling weder genug zu essen noch zu trinken bekam.

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          In Iserlohn im Sauerland ist ein neuerlicher Fall von Verwahrlosung mit tödlichen Folgen bekannt geworden: Dort ist ein drei Monate alter Junge an den Folgen von Unterernährung gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall des kleinen André gegen die Eltern, die 26 Jahre alte Mutter und ihren 25 Jahre alten Lebensgefährten. Weil sie das Kind vermutlich verhungern und verdursten ließen, werde wegen eines möglichen Tötungsdeliktes ermittelt, erklärte die Hagener Staatsanwaltschaft am Freitag.

          Das Kind sei bereits am 22. Juni gestorben, sagte ein Polizeisprecher. Die Behörden sollen über die Zustände in der Familie informiert gewesen sein. „Wir haben Familienpfleger im Einsatz. Einer davon war drei Tage vor dem Tod des Kindes bei der Familie“, bestätigte ein Sprecher des Iserlohner Bürgermeisters. Warum dieser nicht eingriff, ist unklar. „Nach dem Fall Kevin in Bremen hätte man sensibler reagieren müssen. Das ist offenbar nicht passiert“, sagte der Sprecher. Die Stadt hatte den Besuch veranlasst, weil Polizeibeamte bei einem anderen Besuch in der Wohnung der verwahrloste Zustand der Kinder aufgefallen war.

          Sieben Wochen vorher unauffällig

          Die Frau hatte kurz vor dem Tod des kleinen André selbst den Rettungsdienst gerufen, weil der kleine Junge Atemnot gehabt habe. Als ein Notarzt eintraf, sei das Kind bereits tot gewesen.

          Das Kind soll ein greisenhaftes Gesicht und eingefallene Augen gehabt haben. Zum Todeszeitpunkt wog der Junge nur noch 4100 Gramm. Sieben Wochen zuvor war dem Kinderarzt bei einer Vorsorgeuntersuchung noch nichts aufgefallen. In der Zwischenzeit habe das Kind nur noch 200 Gramm zugenommen, viel zu wenig. Die beiden anderen Kinder der Frau - sie wurde bereits mit 15 Jahren Mutter eines Mädchen mit einer Behinderung und hat zudem mit ihrem Freund einen weiteren 16 Monate alten Sohn - sollen nicht unter Ernährungsmangel leiden.

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