https://www.faz.net/-gum-8nqve

#NoNotruf : Die kuriosesten Anrufe unter 110 in Berlin

  • Aktualisiert am

Besetzt: Einsatzzentrale der Berliner Polizei Bild: dpa

Polizei, dein Freund und Helfer: Viele Berliner nehmen das wörtlich und wählen mit absurden Anliegen 110. Die überlastete Notrufzentrale ist nun im Internet dagegen vorgegangen – mit Unterhaltungswert.

          2 Min.

          „Bitte bleiben Sie dran. Im Moment sind leider alle Leitungen belegt.“ Wer gerade Opfer einer Straftat wurde, kann so eine Bandansage nicht gebrauchen. Doch genau das kommt in Berlin immer wieder vor, weil täglich mehrere hundert Menschen den 110-Notruf für Banales nutzen. Um dagegen anzugehen, hat die Polizei eine Woche lang beim Kurznachrichtendienst Twitter Anrufe dokumentiert, die keine Notrufe waren. Die Tweets wurden laut Polizei bis Freitagmittag 4,5 Millionen mal angesehen. Die schönsten Beispiele:

          Private Schwierigkeiten sind ein dominierendes Thema der Anrufe. Zum Beispiel: „Wie kann ich meine Frau loswerden? Ich zahle Miete aber sie ist hier gemeldet. Ich möchte sie loswerden.“ Mit die beliebtesten Tweets der Kampagne waren diese: „Meine Schwiegertochter will an mein Erbe“ und „Ich habe eine Freundin, die ist geistig nicht auf der Höhe. Die will ich nicht mehr als Freundin.“

          Nummer verwechselt? „Können Sie mich zum Supermarkt fahren? Es regnet und ich will nicht laufen.“ Nicht selten ist bei den Anrufern Alkohol im Spiel: „Können Sie mich nach Hause fahren? Ich bin total voll.“ Oder: „Wir wissen nicht so richtig wo wir sind. Wir wollen in den nächsten Club. Sie wissen doch sicher, wo der ist?“

          Ist da die Servicehotline? Es gibt Produkte, die werfen Fragen auf: „Wie oft muss ich beim Entkalken meiner Kaffeemaschine mit Wasser spülen, damit der Kaffee wieder schmeckt?“ Andere benötigen ein offenes Ohr zum Meckern: „Der Ladenbetreiber will meine Pfandflaschen nicht annehmen, der muss die doch zurücknehmen.“ Und auch das noch: „Die Reparatur meiner Heizdecke dauert nun schon 5 Wochen.“

          Erster Berlin-Besuch und etwas irritiert: „Hier jongliert einer mit 3 Schwertern an der Kreuzung.“ - „Das ist in Berlin normal.“ - „Ich kenne sowas nicht“. Andere scheinen durchaus in persönlichen Notlagen: „Hallo, können Sie mir sagen, ob gegen mich ein Haftbefehl vorliegt?“ Oder: „Ich komme mit meiner Kohle nicht klar, könnt ihr mir Geld geben?“

          Miese Stimmung - Polizei: „Ich hab schlechte Laune, weil ich nichts zu rauchen habe“, klagt einer. Andere sind traurig und ahnen einen Ausweg: „Meine 2. Frau ist letzte Woche gestorben. Ich möchte jetzt als Ausgleich einen Hund vom Tierheim.“

          Katzen gehen im Internet immer. Aber nicht unter 110. „Hallo. Meine Katze faucht und knurrt mich an, ich traue mich nicht aufzustehen.“ Ein anderer Anrufer zeigt sich ebenfalls Katzen-kritisch: „Die vom Ordnungsamt waren bei meinem Nachbarn wegen Lärm und haben dann auch noch seine Katze gestreichelt.“

          Fragezeichen: Bei manchen Anliegen kann sich die Polizei nicht erklären, was das soll. Einmal twittern die Beamten: „Anrufer stellt sich als „Hitler 2“ vor und erzählt noch andere wirre Sachen...“ Am Freitag lieferte die Stuttgarter Polizei den Berliner Kollegen ein Beispiel zu, womöglich ein Schwabe beim Kreuzworträseln: „I such e Rudltier mit fünf Buchstabe. Und des isch nedd dr Fuchs.“

          Weitere Themen

          Frankreich droht der dritte Lockdown

          Corona-Liveblog : Frankreich droht der dritte Lockdown

          Proteste und Krawalle in den Niederlanden +++ Altötting vergibt erste digitale Corona-Impfkarte +++ Berliner Klinik wegen Mutante komplett unter Quarantäne +++ Bundesregierung kauft neues Antikörper-Medikament +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          Donald und Melania Trump am vorigen Mittwoch in Washington

          Trumps Impeachment-Prozess : Mehr Zeit für neue Skandale

          Der Impeachment-Prozess gegen Donald Trump soll erst am 9. Februar eröffnet werden. Bis dahin hoffen die Demokraten auf neue Skandale, die der Anklage weitere Munition liefern.
          Verrammelt und verriegelt: Das Lamb & Flag in London (Symbolbild)

          Großbritannien : 10.000 Pubs und Restaurants schließen

          Großbritanniens Gastronomie ist von der Corona-Krise besonders hart getroffen. Während große Ketten sich frisches Kapital beschaffen, gehen die Kleinen unter.
          Mehr Unterstützung aus Washington: Amerikanische Forscher von Regeneron arbeiten am experimentellen Antikörper-Medikament.

          Antikörper-Medikament : Was auch bei Trumps Genesung half

          Ein amerikanisches Antikörper-Präparat erhält eine Notzulassung, 200.000 Dosen kauft die Bundesregierung. Deutsche Wissenschaftler vermissen Unterstützung bei ihrer Forschung – so würden Chancen verpasst, kritisieren sie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.