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In Mexiko : Neun Tote bei Angriff auf Mormonen

  • -Aktualisiert am

Mitglieder eines Drogenkartells erschossen neun Frauen und Kinder in Mexiko. Der mexikanische warnte derweil vor übereilten Vergeltungsschlägen (Archivbild). Bild: AFP

Ein Drogenkartell eröffnete das Feuer auf eine Autokolonne in Mexiko, weil sie den Transport eines Rauschgiftkartells darin vermuteten. Doch in den Fahrzeugen saßen Mütter mit ihren Kindern. Donald Trump will Mexiko nun helfen.

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          Bei einem Angriff von Rauschgifthändlern auf eine Autokolonne amerikanischer Anhänger einer Splittergruppe der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sind im nordmexikanischen Bundesstaat Sonora mindestens drei Frauen und sechs Kinder getötet worden. Weitere sechs Jungen und Mädchen wurden mit zum Teil schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Ein Kind gilt seit dem Anschlag am Montag als vermisst. Nach Berichten amerikanischer Medien setzten die Schützen drei Wagen der Mormonen in Brand und ließen die Mütter und Kinder im Alter von sechs Monaten bis zwölf Jahren in ihnen verbrennen. Insassen, die versuchten zu fliehen, sollen erschossen worden sein.

          Die Mitglieder der ursprünglich aus dem amerikanischen Bundesstaat Utah stammenden LeBaron-Familie waren angeblich auf dem Weg von der Gemeinde La Mora zu einer Hochzeit bei einer befreundeten Glaubensgemeinschaft, als die Bandenmitglieder das Feuer eröffneten. Wie der mexikanische Sicherheitsbeauftragte Alfonso Durazo am Dienstag mitteilte, sollen die Schützen die Wagenkolonne der Mormonen mit einem Transport eines Rauschgiftkartells verwechselt haben.

          Die Splittergruppe der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage hatte sich vor einigen Jahrzehnten etwa 100 Kilometer südlich der amerikanisch-mexikanischen Grenze niedergelassen. Die meisten Gläubigen besitzen die doppelte Staatsbürgerschaft. Angehörige der Opfer berichteten in amerikanischen Medien von verzweifelten Fluchtversuchen während des Anschlags. Einige Kinder mussten angeblich mit ansehen, wie ihre Mütter erschossen wurden.

          Nach Bekanntwerden des Verbrechens bot der amerikanische Präsident Donald Trump der mexikanischen Regierung umgehend Unterstützung im Kampf gegen die Rauschgiftkartelle an. „Wenn Mexiko bei der Befreiung von diesen Monstern Hilfe braucht oder um Hilfe bittet, sind die Vereinigten Staaten bereit und in der Lage, die Aufgabe schnell und wirksam zu erledigen“, ließ Trump über Twitter wissen. Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador warnte derweil vor übereilten Vergeltungsschlägen. „Ein Krieg ist das schlimmste, was passieren könnte“, sagte der 66 Jahre alte Politiker. Er werde sich aber mit Trump in Verbindung setzen, um ihn zu informieren und ihm für seine Unterstützung zu danken.

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