https://www.faz.net/-gum-9h65x

Gesetzentwurf : Frankreich will körperliche Bestrafung gegen Kinder verbieten

  • Aktualisiert am

Ein neuer Gesetzentwurf in Frankreich richtet sich gegen „gewöhnliche erzieherische Gewalttätigkeiten“ (Symbolbild). Bild: dpa

Ein symbolischer Akt: Frankreich will „erzieherische Gewalttätigkeiten“ gegen Kinder gesetzlich verbieten. Dazu zählen auch Schreie, Beschimpfungen und Ohrfeigen.

          1 Min.

          Frankreich will die körperliche Bestrafung von Kindern wie Ohrfeigen oder Schläge auf den Hintern verbieten. Die Nationalversammlung billigte in der Nacht zum Freitag in erster Lesung einen Gesetzesentwurf, der als weitgehend symbolisch angesehen wird, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Der Europarat in Straßburg, der unter anderem über die Einhaltung von Menschenrechten wacht, begrüßte das Votum.

          Es seien bei dem Gesetz keine Strafen für Eltern vorgesehen, ergänzte die Tageszeitung „Le Figaro“. Das Gesetz richte sich gegen „gewöhnliche erzieherische Gewalttätigkeiten“, dazu gehörten auch Schreie, Beschimpfungen oder das Ziehen an den Haaren. Schwerwiegende Gewalttätigkeiten gegenüber Kindern können in Frankreich bereits nach dem Strafrecht geahndet werden.

          Ein Sprecherin der Nationalversammlung bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Gesetzesentwurf bisher nicht endgültig verabschiedet ist. Nun müsse der Senat beraten – dies ist das Oberhaus des Parlaments.

          In Deutschland steht Kindern seit November 2000 eine gewaltfreie Erziehung zu. „Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“, heißt es im Bürgerlichen Gesetzbuch. Sanktionen gegen Eltern sind nach Angaben des Bundesfamilienministeriums aber nicht angedroht.

          Allerdings müssen Täter für die Misshandlung und den sexuellen Missbrauch von Kindern je nach Schwere der Tat mit Strafen von bis zu zehn Jahren Haft rechnen. Das regelt dann das Strafgesetzbuch.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Proteste in Hongkong : China setzt auf Konfrontation

          Der Hass auf Peking hat eine radikale Eigendynamik entwickelt. In Hongkongs Jugend wächst die Sehnsucht nach einer eigenen Nation. Für alle Seiten droht ein bitteres Ende.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Interview zu Shitstorms : #HASS im Netz

          Nutzer überschwemmen seit Jahren Konzerne, Politiker und Privatpersonen mit empörten Kommentaren. Ein Wissenschaftler erklärt, ob man Shitstorms mit mittleralterlichen Prangern vergleichen kann und ob Klarnamen helfen würden.
          Der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China wird nach Ansicht von Fachleuten auf absehbare Zeit im Zentrum des Interesses an der Wall Street stehen.

          Wall Street : Die Skepsis am China-Abkommen wächst

          Im Handelskonflikt zwischen Amerika und China haben Börsianer wenig Hoffnung auf wirkliche Fortschritte. Der positive Auftakt der Bilanzsaison sorgt zwar für etwas Erleichterung – doch sind noch viele Fragen offen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.