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Neue Spur : Straßenarbeiter finden Mircos Handy

  • Aktualisiert am

Noch immer sind 60 Polizeiermittler mit dem Fall Mirco beschäftigt Bild: dpa

In einer Straßenböschung nördlich von Grefrath haben Mitarbeiter einer Straßenmeisterei das Handy des seit mehr als zwei Monaten verschwundenen Mirco gefunden. 1000 Polizisten hatten es vergeblich gesucht. Die Ermittler hoffen auf neue Hinweise.

          Straßenarbeiter haben mehr als zwei Monate nach dem Verschwinden des elfjährigen Mirco das Handy des Jungen gefunden. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei fanden das Telefon beim Mähen nördlich von Grefrath am Niederrhein, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Polizei hofft erneut auf einen Durchbruch in dem Fall. Die Sonderkommission sei „in ihren Ermittlungen einen Riesenschritt weitergekommen“, sagte Soko-Leiter Ingo Thiel.

          Das Telefon lag in der Straßenböschung an der Wankumer Landstraße L 39. Das Gebiet war auch schon mehrfach von der Polizei abgesucht worden. Die Arbeiter hätten den Fund sofort gemeldet. Inzwischen stehe fest, dass das Handy Mirco gehöre. Es wird nun auf Spuren untersucht und technisch ausgewertet. Mirco wird seit Anfang September vermisst. Die Polizei geht von einem Sexualverbrechen aus.

          „Der Täter hat das Handy in der Hand gehabt. Damit ist die Chance, DNA-Spuren und Fingerabdrücke zu finden, auch nach mehr als zwei Monaten noch sehr groß“, sagte ein Polizeisprecher. „Diesen Fund kann man nur als Glücksfall bezeichnen. Wir hatten eigentlich schon keine Hoffnung mehr, einen so kleinen Gegenstand überhaupt noch zu finden.“

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          Nicht als Ermittlungspanne zu werten

          Dass der bis zu 1000 Beamte starke Suchtrupp der Polizei das Handy nicht gefunden habe, sei nicht als Ermittlungspanne zu werten, sagte Polizeisprecher Willy Theveßen. Es sei auch nach dem Mähen der Böschung eher Zufall gewesen, dass es von den Arbeitern entdeckt worden sei. „Da musste man schon fast drauftreten, um es sehen zu können.“

          Die Straße L 39 ist bereits seit vielen Wochen im Visier der Ermittler. Etwas weiter nördlich war bereits ein Kleidungsstück Mircos gefunden worden. Dort soll in der Tatnacht auch der verdächtige VW Passat Kombi geparkt gewesen sein, nach dem die Ermittler seit einer Woche bundesweit fahnden. Bisher hat sich die von der Polizei als sehr viel versprechend eingeschätzte Spur nicht als solche erwiesen. Mircos Entführer soll das Handy aus dem Wagen geworfen haben.

          Bei der Überprüfung der mehr als 2500 gemeldeten VW Passat Kombis im Umkreis von Grefrath werden die Fahrzeughalter um die Abgabe einer freiwilligen Speichelprobe gebeten. Vier Personen haben dies bislang abgelehnt. Daraus hat sich aber kein weiterer Verdacht ergeben, heißt es.

          60 Ermittler sind noch mit Fall beschäftigt

          Die Soko sucht weiterhin dringend Zeugen, die ein auffälliges Verhalten eines VW Passat-Fahrers beobachtet haben. Hinweise würden auf Wunsch auch vertraulich behandelt. „Wir wissen, wie schwer es ist, einen vielleicht guten Bekannten bei der Polizei zu melden“, sagte Soko-Leiter Thiel.

          Mirco war am Abend des 3. September zuletzt an einer Bushaltestelle in der Nähe einer Skater-Anlage in Grefrath gesehen worden. Von dort aus wollte der Elfjährige mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Die Polizei geht davon aus, dass das Kind einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen ist und der Täter aus der Umgebung stammt. Bislang gingen mehr als 5900 Hinweise bei der Polizei ein. Noch immer sind 60 Polizeiermittler mit dem Fall beschäftigt.

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