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Neue Pre-Crime-Software : Ich weiß, was du morgen Nacht getan hast

  • -Aktualisiert am

Kann eine Software errechnen, wo und wann ein Einbruch passieren wird? Die Polizei in Zürich glaubt daran: Die Pre-Crime-Ermittler jagen die Verbrecher der Zukunft.

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          Dominik Balogh sieht seine Heimatstadt Zürich vor allem als eine Sammlung von Kacheln. Ob die Hänge des Zürichbergs oder die Wogen des Limmat-Flusses, auf den Balogh auch aus den Fenstern seines Büros in der Zentrale der Stadtpolizei nahe dem Hauptbahnhof schauen könnte, für den Achtundvierzigjährigen schrumpfen diese Wahrzeichen jeden Morgen zu Dienstbeginn zweidimensional und flach auf die Größe seines Laptops zusammen, unterteilt in grüne, beige und rote Kacheln. Balogh zeigt auf die roten. Besonders zum Winter durchsetzt sich der Bildschirm mit dieser Farbe. Denn Winterzeit ist Einbruchszeit.

          „Wenn in den nächsten sieben Tagen ein Einbruch passieren sollte“, sagt er, „dann dort.“ Balogh ist seit 25 Jahren Polizist, er schob jahrelang Dienst in Uniform, fuhr tags wie nachts Streife. Neben seinem Schreibtisch hängt, hinter Glas, das Abzeichen seines Einsatzes beim G-8-Gipfel in Genua. Doch seit 2013 haben sich seine Aufgaben verändert. Seit jenem Jahr ist sein engster Mitarbeiter – ein Computerprogramm. Als Leiter der Fachstelle Analyse und Entwicklung trägt er nun Jackett und schwarzen Rollkragenpullover, und er klärt nicht mehr die Verbrechen der Vergangenheit auf. Balogh kümmert sich um Taten der Zukunft.

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