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Nach Verdacht auf Organhandel : Drei Männer in Madagaskar gelyncht

  • Aktualisiert am

Aufgebrachte Dorfbewohner haben in Madagaskar drei Männer misshandelt und getötet. Nach dem Tod eines achtjährigen Jungen waren sie des Organhandels verdächtigt worden.

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          Drei Männer sind in Madagaskar wegen des Verdachts, illegale Organhändler zu sein, von aufgebrachten Dorfbewohnern gelyncht worden. Der Mob habe am Donnerstag am Strand des Dorf Ambatoloaka auf der Insel Nosy Be zwei Ausländer zunächst schwer misshandelt und dann angezündet, berichtete Polizeisprecher Richard Ravalomanana der Nachrichtenagentur dpa. Später wurde dann nach Polizeiangaben ein dritter Mann, der zeitweise in Polizeihaft war, von einer wütenden Menge umgebracht.

          In der Nacht hatten die Bewohner bei der Suche nach einem vermissten Kind nach Angaben des Behörden die Leiche eines achtjährigen Jungen entdeckt, dem die Zunge und sein Geschlechtsteil gefehlt hätten. Die lokale Bevölkerung machte die beiden Ausländer dafür verantwortlich. Einer von ihnen wurde vom französischen Außenministerium als Franzose identifiziert. Das Ministerium warnte Franzosen vor einem Besuch der Ferieninsel.

          Distriktdirektor Malaza Ramanamahafahy berichtete von einer angespannten Situation auf der kleinen Insel. Die aufgebrachten Bewohner hatten am Donnerstag auch die Polizeiwache in Hell-Ville angegriffen. Die Polizei setzte Schusswaffen gegen die wütende Menge ein. Dabei sei ein Mensch getötet worden, berichteten Medien in der Hauptstadt Antananarivo. Sechs seien festgenommen worden. Die Zentralregierung schickte zusätzliche Sicherheitskräfte zur Verstärkung in die Region.

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