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Nach dem „Tag der Wut“ : Harte Vorwürfe gegen die Frankfurter Polizei

Kein Applaus: Demonstranten vor dem Frankfurter Polizeipräsidium klatschen gegen Polizeigewalt. Bild: Frank Röth

Unversöhnlich demonstriert am Mittwochabend eine Gruppe vor dem Frankfurter Polizeipräsidium. Ihr Vorwurf: Die Beamten haben bei der Kundgebung am 1. Mai rohe Gewalt angewendet.

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          Jeder Redebeitrag ist eine Anklage. „Ihr habt euch am Samstag strafbar gemacht!“ – „Das waren Szenen wie aus dem Schlachthaus.“ – „Es soll nur zwei Verletzte gegeben haben? Das ist eine Lüge!“ Knapp 100 Menschen sind am Mittwochabend vor dem Polizeipräsidium zusammengekommen. Sie demonstrieren gegen Polizeigewalt und schildern, wie sie die Eskalation am ersten Mai im Gallus erlebt haben. Das Polizeiaufgebot ist groß, die Kundgebung bleibt aber friedlich.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aus Sicht der Demonstranten war auch die Veranstaltung am Samstag friedlich. Dass Teilnehmer wegen der gezündeten Pyrotechnik mit Schlägen, Tritten und Pfefferspray angegriffen worden seien, halten sie für unverhältnismäßig. „Die Polizei hat Tote in kauf genommen wegen Pyrotechnik“, ruft ein Mann.

          Nicht erwähnt wird, dass sie die Böller auch direkt auf Einsatzkräfte schmissen. Die Polizei hatte in ihren Pressemitteilungen deutlich gemacht, dass die Aggression ihrer Ansicht nach von Seiten der Teilnehmer gekommen sei. 

          Harte Worte: Die Demonstranten kritisieren die Einsatzkräfte, sprechen aber auch von Hass gegenüber der gesamten Polizei.
          Harte Worte: Die Demonstranten kritisieren die Einsatzkräfte, sprechen aber auch von Hass gegenüber der gesamten Polizei. : Bild: Frank Röth

          „Das waren unsere Freunde“

          Marco Weller, Leiter der Polizeidirektion Mitte, steht am Rand und sagt, er sei trotzdem nicht glücklich damit, wie es gelaufen sei. Auch, was die Kommunikation angeht. Das kritisieren auch die Demonstranten. Es habe wesentlich mehr Verletzte gegeben, als die zwei Männer mit Kopfverletzung, von denen bei der Polizei die Rede war.

          Den Sanitätern seien die Kühlpads ausgegangen, mindestens vier Armbrüche habe es gegeben. „Wir wissen, was passiert ist, das waren unsere Freunde“, schreit eine Frau mit Kapuze aufgebracht ins Mikro. „Solche Auftritte machen, dass ich euch hasse.“

          Es habe zwar auch vereinzelt Polizisten gegeben, die geholfen hätten. „Aber das nützt gar nichts, weil ihr die Fresse haltet!“ Sie fordert, dass die Beamten dafür sorgen, dass die Kollegen, die Gewalt ausübten, nicht mehr auf Demos eingesetzt und angezeigt werden. Der Beitrag heizt der kleinen Menge etwas ein. Sie stimmt ein paar Sprechchöre an, „Deutsche Polizisten – Mörder und Faschisten“ und „No justice, no peace, abolish the police“. Die Polizisten vor dem Präsidium stehen stumm daneben. 

           

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