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Haus des Mannes durchsucht : Deutscher nach Fund von Kinderpornografie in Rio verhaftet

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Das durchsuchte Studio befand sich im Haus des verhafteten Deutschen im Großraum der brasilianischen Metropole. Bild: dpa

Der Mann wurde im Großraum der brasilianischen Metropole verhaftet. Er soll kinderpornografische Videos in die ganze Welt verkauft haben – vor allem nach Europa. Ein Polizeikommissar spricht von einem Schock.

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          Die Polizei in Rio de Janeiro hat einen Deutschen festgenommen, der Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht und Aufnahmen der Taten über das Internet in alle Welt verkauft haben soll. Nachdem die Mutter zweier Opfer, Mädchen im Alter von zwölf und 14 Jahren, zur Polizei gegangen war, entdeckten die Ermittler im Haus des 73Jahre alten Mannes ein Studio zur Produktion des kinderpornographischen Materials. Wie die Kriminalpolizei mitteilte, waren drei Räume für Foto- und Filmaufnahmen eingerichtet, ausgestattet unter anderem mit Wippen und Schaukeln.

          Außerdem fanden die Beamten Kinderspielzeug, „sadomasochistische Objekte“ sowie Zehntausende kinderpornographische Aufnahmen. „Das war ein Schock“, sagte einer der Polizisten der Nachrichtenseite „G1“. „Ich habe noch nie so etwas Bizarres, Aggressives gesehen.“ Das Haus war mit verstärkten Fenstern und Türen ausgestattet, offenbar um zu verhindern, dass Personen von dort fliehen.

          Bei den Opfern soll es sich um Kinder und Jugendliche aus umliegenden Favelas gehandelt haben. Der mutmaßliche Täter soll sie mit Geschenken wie Kleidung und Spielzeug angelockt haben. Nachdem ihm zunächst die Flucht gelungen war, wurde er schließlich am Donnerstagabend im Großraum von Rio de Janeiro aufgespürt und verhaftet.

          Der gebürtige Berliner soll sich schon seit den achtziger Jahren regelmäßig in Brasilien aufgehalten haben. Er soll ein Reisebüro im Stadtviertel Copacabana führen, weshalb die Polizei vermutet, dass er auch Reisen von Pädokriminellen nach Rio de Janeiro organisiert haben könnte. Die Ermittler untersuchen zudem, wer die Abnehmer der Aufnahmen waren, die der Deutsche über das Darknet vertrieb. Laut „G1“ wurde das kinderpornographische Material an Kunden in der ganzen Welt verkauft, vor allem in Europa. Das Bundeskriminalamt bestätigte am Sonntag, bereits in Kontakt mit den brasilianischen Behörden zu stehen.

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