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Tod des Flüchtlings Khaled B. : Fünf Jahre Haft für Asylbewerber wegen Totschlags

  • Aktualisiert am

Der nun zu fünf Jahren Haft verurteilte Täter Hassan S. beim Prozessauftakt Ende August Bild: dpa

Anfang des Jahres starb Khaled B. in Dresden durch ein Gewaltverbrechen. Sein Tod löste Spekulationen über einen möglicherweise fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Nun wurde ein Landsmann aus Eritrea wegen Totschlags verurteilt.

          Im Fall des Gewaltverbrechens an dem Dresdner Asylbewerber Khaled B. ist sein früherer Mitbewohner Hassan S. am Freitag zu fünf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Das Landgericht Dresden warf dem 27 Jahre alten Mann aus Eritrea vor, seinen damals 20 Jahre alten Landsmann mit Absicht getötet zu haben. Er habe „ohne jede Androhung“ seinem Opfer mit einem 25 Zentimeter großen Messer mehrfach in den Hals gestochen, begründete Richterin, Birgit Wiegand, das Urteil am Freitag in Dresden. Eine generelle Notwehr habe nicht vorgelegen.

          Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor acht Jahre Freiheitsentzug gefordert. Das Gericht begründete die mildernden Umstände allerdings unter anderem mit einer anfänglichen Notwehrsituation. Hassan S. soll bei der Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern anfangs im „Schwitzkasten“ gewesen sein. Zudem habe er in der Verhandlung Reue gezeigt, seine positiven Lebensumstände sprächen für ihn und es sei eine spontane Tat gewesen, sagte Wiegand. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert.

          Motiv bleibt unklar

          Sowohl Staatsanwaltschaft, als auch die Verteidigung wollen nach eigenen Aussagen noch überlegen, ob sie in Revision gehen. Sie haben eine Woche Zeit dafür. Der Angeklagte Hassan S. hatte im Prozess vor dem Landgericht Dresden, der am 31. August begann, seine Tat gestanden. Unklar bleibt indes das Motiv, über welches der Angeklagte keinerlei Angaben machte. Zeugen für die Tat gibt es der Richterin zufolge nicht. Zudem soll es unter den beiden muslimischen Männern vorher nie ernsthaften Streit gegeben haben. Sie lebten zusammen mit anderen in einer Wohngemeinschaft in einem Dresdner Plattenbauviertel.

          Khaled B. wurde im Januar in einem Dresdner Plattenbau ermordet

          Khaled B. war am 13. Januar in Dresden im Innenhof seiner Wohnsiedlung tot aufgefunden worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren die beiden Eritreer wegen der Haushaltsführung aneinandergeraten bevor der Streit eskalierte. Der Fall erregte national wie international Aufsehen, da ein rassistischer Tathintergrund zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte. Zwei Hakenkreuze, die an die Tür der Wohngemeinschaft des Opfers geschmiert wurden, hatten Spekulationen über einen möglichen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat ausgelöst.

          Richterin Wiegand kritisierte in diesem Zusammenhang das „Schubladendenken“ eines Teils der Öffentlichkeit. Zudem wies sie die Kritik an der Polizei, diese habe ihre Arbeit nicht ordnungsgemäß ausgeführt, entschieden zurück. „Die Polizei hat von Anfang an alles richtig gemacht“, betonte die Richterin. Die Stichverletzungen hätten am Tatort nicht gesehen werden können. Zunächst hatte es geheißen, es gebe bei dem Toten keine Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung. Eine Obduktion ergab jedoch, dass Khaled B. durch mehrere Messerstiche starb.

          Der verurteilte Asylbewerber werde seine Strafe voraussichtlich in Deutschland absitzen, sagte der Präsident des Landgerichts Dresden, Gilbert Häfner, nach der Urteilsverkündung. Über eine Abschiebung werde erst danach entschieden. Khaled B. wurde Ende Januar in Berlin beerdigt. In der sächsischen Landeshauptstadt war keine islamische Bestattung möglich.

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