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Massaker in Thailand : Zum Abschied weiße Rosen und Spielzeuge

Bilder der Opfer auf den Särgen: In Thailand trauern die Menschen nach der Attacke auf eine Kindertagesstätte. Bild: Reuters

Nach der Bluttat mit 37 Toten in Thailand sind Eltern und Angehörigen am Boden zerstört. Nur ein einziges kleines Mädchen war dem Täter unverletzt entkommen.

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          Die Menschen in Thailand sind nach dem Blutbad in einer Kindertagesstätte in tiefer Trauer vereint. Vor dem Gebäude im Ort Uthai Sawan, in dem ein entlassener Polizist am Tag zuvor mit kaum vorstellbarer Gewalt Kinder und Erwachsende angegriffen hatte, trafen sich am Freitag die Angehörigen der Opfer. Sie weinten und hielten sich in den Armen. Einige wurde dabei gefilmt, wie sie vor der Kita weiße Rosen ablegten. Außerdem waren in Tränen aufgelöste Menschen zu sehen, die zum Gedenken an ihre Kinder Babydecken und Lieblingsspielzeuge an sich drückten.

          Flaggen auf halbmast

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Wie die lokale Presse berichtete, hatten die Behörden die weißen und rosafarbenen Kindersärge in der Nacht zu einem Leichenschauhaus in der Stadt Udon Thani gebracht. Weltweit nahmen Menschen Anteil an dem Leid der Familien. In Thailand hingen die Flaggen auf halbmast. Regierungen vieler Länder schickten Beileidsbekundungen.

          Das Königshaus kündigte an, dass König Maha Vajiralongkorn und Königin Suthida am Abend in die Provinz Nong Bua Lamphu fahren würden, um den Angehörigen Beistand zu leisten. Am Nachmittag hatte der thailändische Ministerpräsident Prayuth Chan-o-cha an der Kindertagesstätte einen Strauß mit weißen Blumen abgelegt. Die Zahl der Getöteten wurde am Freitag mit 37 Menschen angegeben. Unter den Opfern waren mehr als 20 Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren.

          Tatmotiv weiterhin unklar

          Etwa ein Dutzend Menschen wurde teils schwer verletzt. Der 34 Jahre alte ehemalige Polizist Panya Kamrab war am Donnerstag zur Mittagszeit mit einer Pistole und einem Messer in die Kindertagesstätte gestürmt. Er tötete zuerst einige Mitarbeiter der Kita, darunter eine Betreuerin im achten Monat ihrer Schwangerschaft. Dann verschaffte er sich Zugang zu einem verschlossenen Raum, in dem die Kinder gerade ihren Mittagsschlaf abhielten.

          Laut der Polizei soll der Täter die meisten Opfer mit dem Messer erstochen haben. Nur ein kleines Mädchen sei ihm unverletzt entkommen. Danach hatte er aus seinem Auto zwei weitere Menschen erschossen und zu Hause schließlich seine Ehefrau, ihren Sohn und sich selbst getötet. Entgegen erster Berichte handelte es sich nicht um sein leibliches Kind. Klarheit über das Tatmotiv gab es am Freitag noch nicht. Regierungsmitglieder spekulierten über mentale Probleme des Mannes. Laut der „Bangkok Post“ war er wegen des Besitzes von Methamphetamin-Pillen aus dem Polizeidienst entlassen worden.

          Nach einigen Berichten sollte am Freitag ein Urteil über ihn gesprochen werden. „Ich weiß es nicht, aber er stand unter großem Druck”, sagte die Mutter des Täters über sein Motiv. Sie habe vermutet, dass ihr Sohn unter Drogen stand, da er vorher nicht in der Lage gewesen war, normal mit ihr zu sprechen. Bei einer Autopsie wurden jedoch keine Drogenspuren gefunden.

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