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Nach Attentat in Las Vegas : Waffenlobby auf kleinstem Nenner kompromissbereit

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Eine sogenannte „bump-stock“-Vorrichtung verwandelt eine halbautomatische Waffe in eine vollautomatische: Bild: AFP

Nach den tödlichen Schüssen von Las Vegas werden die Rufe nach schärferen Waffengesetzen in den Vereinigten Staaten immer lauter. Nun zeigt sich selbst die NRA zu Zugeständnissen bereit.

          Nach dem Massenmord von Las Vegas wird in den Vereinigten Staaten vermutlich bald eine Vorrichtung verboten, die halbautomatische Waffen fast so schnell feuern lässt wie Maschinengewehre. Nachdem sich die politische Debatte in Washington bereits in diese Richtung bewegt hatte, sprang die mächtige Waffenlobby NRA auf den Zug auf. Am Donnerstag teilte sie mit, der Gesetzgeber solle diese sogenannten „bump stocks“ überprüfen und strenger regulieren.

          In derselben Mitteilung, der ersten nach der Tat von Las Vegas, erteilt die NRA allerdings grundsätzlicheren Änderungen des Waffenrechts eine Absage. Somit könnte in der Diskussion über ein härteres Waffenrecht in den Vereinigten Staaten ein Verbot der Umbauvorrichtung zu einem Feigenblatt werden. Auch Kongressmitglieder hatten sich offen für ein Verbot der Umbauvorrichtung gezeigt.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump ist nach Angaben seiner Sprecherin Sarah Sanders „sicherlich offen“ für ein Verbot der „bump stocks“. Für eine
          Debatte über ein generell schärferes Waffenrecht sei es aber zu früh, sagte Sanders. Man wisse noch zu wenig über die Tat. Auch sei es nicht an der Regierung zu beurteilen, ob der Massenmord als Terror einzustufen sei. Aufgabe der Regierung sei vielmehr die Prävention von Verbrechen.

          Nach Angaben der Ermittler hat der Attentäter von Las Vegas in der Nacht zum Montag eine frei erhältliche und legale Umbauvorrichtung benutzt. Er konnte so bis zu 900 Schuss pro Minute abgeben. Er tötete mindestens 58 Menschen und sich selbst. Die Suche nach einem Motiv dauert an.

          Trumps Vorgänger Barack Obama war mit diversen Anläufen zur Verschärfung des Waffenrechts am Widerstand der Republikaner im Kongress gescheitert. Dass Trump sich auf weitgehende Restriktionen des privaten Waffenbesitzes einlässt, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Während des Wahlkampfs hatte er sich mit der NRA verbündet, welche die Kandidatur des Rechtspopulisten unterstützte.

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