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Nach Amoklauf : Obama wagt vorsichtige Kritik an Waffengesetzen

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Teddybären erinnern in der Nähe des Tatorts an die Opfer. Bild: AFP

Vor seinem Amoklauf in Aurora soll der Attentäter Notizen mit Mordgedanken an einen Psychiater geschickt haben. Medienberichten zufolge blieb das Päckchen tagelang ungeöffnet. Mitt Romney verteidigt auch nach der Tat die Waffengesetze, Obama fordert vorsichtig eine Verschärfung.

          Der Amokschütze von Aurora hat nach Berichten amerikanischer Medien vor der Tat ein Notizbuch mit Mordgedanken an einen Psychiater geschickt. Der Fernsehsender Fox News berichtete am Mittwoch (Ortszeit), das Paket sei an einen Psychiater der Universität von Colorado adressiert gewesen. Es enthalte Skizzen von Figuren, die erschossen werden, und die schriftliche Beschreibung eines bevorstehenden Angriffs. Der mutmaßliche Schütze, der in Untersuchungshaft sitzt, hatte in der vergangenen Woche zwölf Menschen in einem Kino von Aurora in Colorado getötet.

          Fox News berichtete weiter, das Paket sei spätestens am 12. Juli in der Poststelle der Universität eingegangen und sei erst am Montag entdeckt worden - drei Tage nach der Tat. Es war nicht klar, ob der Verdächtige bereits zuvor Kontakt zu dem Adressaten hatte. NBC News berichtete unter Berufung auf nicht genannte Quellen, der Verdächtige habe die Ermittler auf das Paket hingewiesen.

          Die Universität von Colorado bestätigte den Eingang eines verdächtigen Pakets. Es sei den Behörden übergeben worden. Zum Inhalt und zum Absender wollte sich die Hochschule nicht äußern.

          Nach Einschätzung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney hätten schärfere Waffengesetze die Bluttat nicht verhindert. Romney sagte am Mittwoch dem Fernsehsender NBC, der mutmaßliche Schütze habe viele seiner Waffen illegal erworben. „Diese Person hätte keine Waffen oder Bomben haben dürfen“, erklärte Romney. Der Verdächtige habe mit dem Besitz vieler seiner Waffen bereits gegen das Gesetz verstoßen. Der Mann hatte seine drei Waffen, mit denen er in das Kino in Aurora kam, allerdings legal gekauft. Er bestand alle notwendigen Überprüfungen.

          Präsident Barack Obama hingegen sprach sich für bessere Kontrollen beim Waffenkauf ausgesprochen. Er gehe davon aus, dass viele Waffenbesitzer mit ihm übereinstimmen würden, dass ein Sturmgewehr in die Hand von Soldaten und nicht in die von Kriminellen gehöre, sagte Obama nach Angaben des Weißen Hauses am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in New Orleans (Louisiana).

          „Geistig Verwirrte sollen nicht so leicht an Waffen kommen“

          Die meisten Waffenbesitzer würden ihn wohl zustimmen, dass alles getan werden müsse, um Kriminelle vom Erwerb von Waffen abzuhalten, sagte Obama. Geistig Verwirrte sollten nicht so leicht an Waffen kommen können. Er arbeite weiter mit Mitgliedern beider Parteien, religiösen Gruppen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um zu einem Konsens über die Reduzierung der Gewalt zu kommen. Das beziehe sich nicht nur auf die Gewalt mit Waffen. Gewalt suche die größten Städte und die kleinsten Orte heim, sagte Obama. Sie töte Amerikaner jeden Alters und unterschiedlichster Herkunft.

          Sechs Tage nach dem Amoklauf wurde am Mittwoch unterdessen das erste Opfer zu Grabe getragen. Unter den rund 150 Trauergäste in einer Kirche in Denver waren auch Colorados Gouverneur John Hickenlooper und Auroras Bürgermeister Steve Hogan. Am Eingang der Kirche war ein großes Porträt des Toten aufgestellt, viele Gäste legten Blumen nieder. Seine beiden Kinder hatten den Amoklauf unverletzt überlebt.

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