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Nach 15 Jahren im Gefängnis : DNA-Analyse befreit Häftling aus der Todeszelle

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Damon Thibodeaux (mitte) zusammen mit seinem Anwalt und weiteren rehabilitierten Häftlingen vor einer Pressekonferenz in New Orleans Bild: dapd

15 Jahre saß Damon Thibodeaux im Gefängnis, weil er wegen Vergewaltigung und Mordes verurteilt worden war. Nun hat eine Erbgutanalyse bewiesen, dass der Achtunddreißigjährige unschuldig ist.

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          Nach 15 Jahren in der Todeszelle ist der Amerikaner  wieder frei. Mit Unterstützung der Organisation Innocence Project, die sich in den Vereinigten Staaten um die Aufklärung von Justizirrtümern bemüht, wiesen die Anwälte des Achtunddreißigjährigen durch eine DNA-Analyse die Unschuld ihres Mandanten nach. Thibodeaux hatte im Juli 1996 nach einem neunstündigen Verhör gestanden, seine 14 Jahre alte Cousine in Westwego bei New Orleans vergewaltigt und getötet zu haben.

          Zwei Jahre nach dem Todesurteil zog der Matrose das Geständnis aber zurück: Der Sheriff des Landkreises Jefferson habe ihn zu der Falschaussage gezwungen. Nach mehreren Versuchen, das Verfahren wiederaufzunehmen, stimmte die Staatsanwaltschaft im Jahr 2007 einer Erbgutanalyse zu. Der DNA-Test zeigte, dass Thibodeaux’ Cousine nicht vergewaltigt worden war und der Seemann das Mädchen nicht ermordet hatte. „Heute akzeptieren auch Staatsanwälte, dass das Rechtssystem nicht immer fehlerfrei funktioniert“, sagte der Direktor der Organisation Projekt Unschuld, Barry Scheck, der „Los Angeles Times“. Wie die Gruppe mitteilte, ist Thibodeaux der 300. Häftling in den Vereinigten Staaten, dessen Unschuld durch eine Erbgutanalyse nachgewiesen wurde.

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