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Mutmaßlicher BVB-Attentäter : Verrieten Zecken Sergej W.?

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Sergej W. am vergangenen Freitag nach seiner Verhaftung beim Abtransport im Polizeiauto Bild: EPA

Bislang hatte Sergej W. zu dem Vorwurf geschwiegen, drei Sprengsätze neben dem BVB-Mannschaftsbus gezündet zu haben. Jetzt hat der Verdächtige eine Begründung geliefert, warum er angeblich zur Tatzeit im Mannschaftshotel gewesen ist.

          Der mutmaßliche Täter des Anschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund bestreitet die Tat. Das sagt der Anwalt des 28 Jahre alten Sergej W. in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Spiegel“. Auch gegenüber dem Haftrichter des Bundesgerichtshofs habe W. die Tat bestritten. Bislang hatte es geheißen, der mutmaßliche Attentäter schweige zu dem Tatvorwurf. Gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärte der Anwalt von W., dass dieser nicht den Aufenthalt in dem Hotel in Dortmund bestreite, dort aber nur Urlaub gemacht habe.

          Die Bundesanwaltschaft beschuldigt W., drei Sprengsätze neben dem Mannschaftsbus des Vereins gezündet zu haben. Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge haben die bisherigen Auswertungen des sichergestellten Materials keine weiteren eindeutigen Belege für Tat gebracht. Der Anschlag erfolgte kurz vor dem angesetzten Champions-League-Viertelfinalspiel von Borussia Dortmund gegen den AS Monaco.

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          Die Bundesanwaltschaft ist dennoch überzeugt, den richtigen Täter zu haben. „Der dringende Tatverdacht besteht nach wie vor“, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag. Die Ermittlungen dauern nach wie vor an. Offen sei unter anderem die Frage, woher der Sprengstoff kam: „Dazu gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse.“ Auch für den Anwalt von W. ist der Nachweis des Bombenbauens der entscheidende bislang fehlende Fakt. Er bezeichnet W. als „sehr netten und intelligenten“ Mann.

          Als Motiv vermuten die Ermittler Habgier. Sergej W. soll mit geliehenem Geld auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gewettet haben. Durch einen möglichst blutigen Anschlag wollte W. den Kurs der Aktie drastisch zu Fall bringen und so einen hohen Gewinn erzielen. W. soll dazu nahe des Hotels, in dem der BVB vor dem Spiel residierte, drei mit Metallstiften gefüllte Sprengsätze plaziert haben, die er vermutlich vom Fenster seines Hotelzimmers mit Blick auf die Straße mithilfe eines Handys gezündet haben soll. Bei dem Anschlag wurden der Spieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt.

          Laut „Spiegel“ besuchte Sergej W. im Vorfeld des Anschlags ein Bordell in Düsseldorf, im Dortmunder Hotel soll er sich im Wellnessbereich erholt haben. Dabei habe er sich von der Masseurin Zecken aus dem Rücken entfernen lassen. Das habe die Ermittler stutzig gemacht: Sie prüften jetzt, ob die Zecken aus dem Busch stammen könnten, in dem die Sprengsätze explodierten.

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