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Bluttat in Herne : Ermittler prüfen mögliche Audiobotschaft von Marcel H.

Bild: reuters

Auch drei Tage nach dem Mord an dem Neunjährigen in Herne bleibt der mutmaßliche Täter Marcel H. verschwunden. Die Polizei geht vielen Hinweisen nach und rückt zu mehreren Großeinsätzen aus.

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          Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Kindermörder von Herne blieb auch am Donnerstag trotz mehrerer Großeinsätze der Polizei erfolglos. In Wilnsdorf im Siegerland stellte die Polizei die Suche nach Marcel H. ein. Dort war die Polizei mehrere Stunden lang mit einem großen Aufgebot rund um einen Autohof im Einsatz, nachdem Zeugen den mutmaßlichen Mörder des neun Jahre alten Jaden dort gesehen haben wollten. Ebenfalls beendet wurde die Suche in Mönchengladbach. Im dortigen Stadtteil Neuwerk durchkämmten Beamte ein Krankenhaus, in dessen Umfeld Anwohner Marcel H. entdeckt zu haben glaubten.

          Die Polizei bittet um Hinweise über den Besitzer dieses Hundes.
          Die Polizei bittet um Hinweise über den Besitzer dieses Hundes. : Bild: dpa
          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Der von Nachbarn als verschrobener Einzelgänger beschriebene Marcel H. soll am Montag den neun Jahre alten Nachbarsjungen Jaden unter dem Vorwand, Hilfe beim Aufstellen einer Leiter zu benötigen, in den Keller seines Hauses gelockt und dort mit einer Vielzahl von Messerstichen brutal getötet haben. Marcel H. hatte sich am frühen Montagabend im Internet einem Chat-Partner gegenüber mit der Tat gebrüstet und ihm auch Fotos von sich und seinem Opfer per Whatsapp geschickt. Wenig später verlor sich die Spur des mutmaßlichen Mörders.

          Keine Anhaltspunkte für zweites Verbrechen

          Am Dienstag tauchte ein Internet-Dialog auf, in dem sich jemand unter dem Namen von Marcel H. bezichtigte, nun auch noch eine Frau in seine Gewalt gebracht, gefoltert und ermordet zu haben. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler gibt es keine Anhaltspunkte für ein solches Verbrechen. Eine solche Tat könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Sprecher der Polizei. Weiterhin geprüft wird zudem, ob eine Audiobotschaft von H. stammt. In dieser Botschaft beschreibt ein Mann seine Eindrücke nach dem Mord an dem neun Jahre alten Kind. Auffallend sei die Gefühlskälte, mit der das in der Aufnahme geschehe, sagte der Polizeisprecher.

          Unterdessen veröffentlichten die Ermittler am Donnerstag auch das Foto eines Hundes und baten um nähere Angaben zu dem Tier und dessen Besitzer. Die Ermittler halten es für möglich, dass H. das Hundefoto auf seiner Flucht aufnahm. Nach Auswertung aller bisher verfügbaren Internet-Botschaften und Dokumente, halten es die Ermittler für wahrscheinlich, dass sich H. bei seiner Bluttat an der rechten Hand verletzte. Die Polizei hofft darauf, dass es Zeugen gibt, die H. dabei gesehen haben, wie er sich am Montagabend oder an den darauffolgenden Tagen in einem Krankenhaus, einer Apotheke oder bei einem Arzt deswegen behandeln ließ.

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