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Journalist über R&B-Sänger : „R. Kelly ist ein Raubtier“

  • -Aktualisiert am

R. Kelly plädiert am 06. Juni in Chicago für nicht schuldig. Bild: AFP

Seit fast 20 Jahren recherchiert Jim DeRogatis über sexuelle Übergriffe des erfolgreichen R&B-Sängers R. Kelly. Die Schilderungen einer damals Siebzehnjährigen trafen den Journalisten besonders.

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          Die erste Interviewanfrage zu R. Kelly, Missbrauchsvorwürfen und mutmaßlichen Opfern schlug Jim DeRogatis aus. „Es tut mir leid, ich stecke gerade über beide Ohren in Arbeit. Die Geschichte wird uns in den kommenden Monaten aber noch viel Gelegenheit geben zu reden, glauben Sie mir“, prophezeite der Musikjournalist vor einem halben Jahr. Die amerikanische Filmemacherin Dream Hampton hatte damals mit „Surviving R. Kelly“ jahrzehntealte Wunden aufgerissen. In der Fernsehdokumentation für den Frauensender Lifetime holte sie Kollegen, Freunde und Frauen vor die Kamera, die den R&B-Sänger des sexuellen Missbrauchs beschuldigten. Faith Rodgers erinnerte sich an wiederholte Vergewaltigungen, Lisa Van Allen an erzwungenen Sex mit Minderjährigen und Kitti Jones an Erniedrigungen sowie R. Kellys Wunsch, „Daddy“ genannt zu werden.

          DeRogatis behielt recht. Nach sechs Episoden von „Surviving R. Kelly“ leitete die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Illinois abermals Ermittlungen ein. Ende Februar folgte die Anklage gegen Robert Sylvester Kelly, wie der Musiker bürgerlich heißt. Dass der bevorstehende Strafprozess den Zweiundfünfzigjährigen berührt, spricht DeRogatis ihm jedoch ab. „R. Kelly glaubt, nichts falsch gemacht zu haben. Er ist ein Soziopath ohne jedes Mitgefühl“, sagt der Musikjournalist jetzt beim seit langem vereinbarten Interview.

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