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München : Hebamme wegen Mordversuchs im Kreißsaal verhaftet

  • -Aktualisiert am

Ort der mutmaßlichen Mordversuche: das Klinikum Großhadern in München Bild: dpa

Eine Hebamme soll versucht haben, werdende Mütter im Kreißsaal umzubringen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, bei Kaiserschnitt-Geburten heimlich blutverdünnende Mittel verabreicht zu haben.

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          In München steht eine Hebamme unter dem Verdacht, versucht zu haben, vier Frauen und ihre Kinder zu ermorden. Die 33 Jahre alte Frau soll im Universitätsklinikum Großhadern bei Kaiserschnittgeburten Infusionen das Arzneimittel Heparin beigemischt haben, das die Blutgerinnung hemmt. Bei den Frauen trat nach den Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft ein akut lebensbedrohlicher Blutverlust ein. Nur durch notfallmedizinische Maßnahmen konnte erreicht werden, dass die Frauen und die Neugeborenen keine bleibenden Schäden erlitten.

          Den behandelnden Ärzten im Klinikum waren die starken Blutungen zunächst unerklärlich; sie veranlassten eine interne Untersuchung. Bei den Frauen, die im April bis Juni dieses Jahres im Klinikum entbanden, lagen Risikoschwangerschaften mit einer Gefahr verstärkter Blutungen vor. Ein wissenschaftliches Gutachten bestätigte den Verdacht, dass Infusionslösungen, die sie erhielten, manipuliert worden waren. Durch die Beimischung von Heparin wurde die Blutungsgefahr erheblich gesteigert.

          Hebamme in Untersuchungshaft

          In den Fokus der Ermittlungen rückte die Hebamme, die zum Zeitpunkt der Infusionen allein bei den Schwangeren gewesen sein soll. Die Frau wurde in der vergangenen Woche festgenommen; sie habe gefasst gewirkt. Seither befindet sie sich in Untersuchungshaft. Sie soll den Tatvorwurf bestritten haben, sich mittlerweile aber nicht mehr dazu äußern. Hinweise auf ein mögliches Tatmotiv fehlen bislang. Sie ist nach Angaben der Polizei nicht vorbestraft, hat keine eigenen Kinder und ist nicht verheiratet. In der Geburtshilfe des Klinikums Großhadern arbeitete sie seit 2012; vorher soll sie in Krankenhäusern außerhalb Bayerns gearbeitet haben.

          Die Ermittlungen, die von der Münchner Mordkommission geführt werden, sind auf ihre früheren Arbeitsorte ausgeweitet worden. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft liegt ein bloßes Versehen bei den Infusionen fern; eine Hebamme müsse wissen, was die Beimischung von Heparin bewirke. Die Frauen sind in persönlichen Gesprächen durch Ärzte über den Verdacht informiert worden, dass sie Opfer einer Manipulation wurden.

          Sie und ihre Kinder sind nach Angaben des Klinikums wohlauf. Das Klinikum hat sämtliche Infusionen, die schwangere Patientinnen in den vergangenen Monaten erhalten haben, überprüft; dabei hätten sich keine Hinweise auf weitere Manipulationen ergeben. Es sei sichergestellt, dass die Mischung von Infusionslösungen und deren Anlegen streng und lückenlos überwacht würden, teilte das Klinikum am Donnerstag mit.

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