https://www.faz.net/-gum-93rhe

Mordprozess : Höxter-Angeklagter gesteht laut Gutachter Teilschuld

  • Aktualisiert am

Vor Gericht vereint: Wilfried W. (links) und Angelika W. mit ihren Anwälten. Wer die treibende Kraft hinter den Misshandlungen war, ist unklar. Bild: dpa

Bislang hatte Wilfried W. im Höxter Mordprozess alle Schuld von sich gewiesen. Laut einem Gutachter wirft er sich aber mittlerweile zumindest vor, die Gewalt nicht unterbunden zu haben. Der Verteidiger wirft dem Gutachter „grob schlampige Arbeit“ vor.

          1 Min.

          Überraschung im Mordprozess um die tödlichen Misshandlungen im sogenannten Horrorhaus von Höxter: Der Angeklagte hat nach Angaben eines Gutachters eine Teilschuld eingestanden. Bei einem der beiden Todesfälle gebe Wilfried W. unterlassene Hilfeleistung zu, berichtete der psychiatrische Gutachter Michael Osterheider am Dienstag im Landgericht Paderborn. Bislang hatte Wilfried W. alle Schuld von sich gewiesen. Außerdem werfe er sich vor, die Gewalt nicht unterbunden zu haben.

          Über Jahre hinweg sollen Wilfried W. und Angelika W. mehrere Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien. Wilfried W. und Angelika W. sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt.

          Gutachter Osterheider musste als Zeuge zu Gesprächen aussagen, die er von März bis Juni im Gefängnis in Detmold und im Landgericht mit dem Angeklagten geführt hatte. Dabei musste sich der Psychiater in einem ersten Schritt noch nicht als Gutachter befragen lassen, sondern schildern, was ihm der Angeklagte in der Befragung über insgesamt 16 Stunden mitgeteilt hatte. Der Verteidiger von Wilfried W., Detlev Binder, warf dem Gutachter nach seiner Aussage „grob schlampige Arbeit“ vor und lehnte den Professor der Uni Regensburg abermals als Gutachter ab.

          Weitere Themen

          „Was ist Brexit?“

          Google-Ranking : „Was ist Brexit?“

          Wissen Sie, was Kappa ist oder wer nochmal Evelyn Burdecki war? Das Google-Ranking offenbart so einiges darüber, was die Leute dieses Jahr bewegt hat.

          Fler muss Bushido-Disstrack ändern

          Gerichtsentscheidung : Fler muss Bushido-Disstrack ändern

          Der Rapper Fler muss nach einer Gerichtsentscheidung den Text seines Songs „Noname“ ändern, weil er die Kinder von Bushido erwähnt. Die Mutter der Kinder müsse beleidigende Zeilen dagegen hinnehmen. Beide Seiten sind unzufrieden.

          Topmeldungen

          Das israelische Parlament

          Regierungsbildung in Israel : Parlament stimmt für seine Auflösung

          Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres sind die israelischen Bürger zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Der Wahlkampf wird sich vermutlich vor allem um eines drehen: die Korruptionsvorwürfe gegen Ministerpräsident Netanjahu.
           „Mit diesen Leuten haben wir nichts zu tun“: Michael Kretschmer über die AfD

          Tabubruch in Sachsen : CDU für Koalition mit Grünen und SPD

          Auf einem Sonderparteitag stimmt Sachsens CDU mit großer Mehrheit für ein Regierungsbündnis mit Grünen und SPD. Nicht immer erntet Michael Kretschmer dabei so viel Beifall wie für seine Attacke gegen die AfD.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.