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Betreuung von Hussein K. : Ermittlungen gegen Jugendhelfer im Mordfall Freiburg dauern an

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Kerzen und Blumen in der Nähe des Tatorts am Fluss Dreisam erinnern an die 19 Jahre alte Maria L. Die Suche nach Schuldigen geht weiter. Bild: dpa

Der Fall der in Freiburg ermordeten Studentin schlägt auch nach der Urteilsverkündung noch hohe Wellen. Gegen die Jugendhilfeorganisation, die Hussein K. betreut hat, wird weiter wegen Betrugsverdachts ermittelt.

          Nach dem Urteil im Freiburger Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K. ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter gegen die private Jugendhilfeorganisation Wiese mit Sitz in Freiburg. Es bestehe Betrugsverdacht, sagte ein Sprecher der Behörde der Deutschen Presse-Agentur. Es seien im Rahmen der Ermittlungen mehrere Zeugen vernommen und Unterlagen eingesehen worden. Dies werde nun ausgewertet. Wie lange das dauern werde, stehe noch nicht fest.

          Die Organisation hatte Hussein K. bis zu seiner Festnahme im Dezember 2016 betreut. Sie hat im vergangenen November eingeräumt, mit den Behörden falsch abgerechnet zu haben. Außerdem habe es für die Unterbringung in einer Pflegefamilie keine behördliche Genehmigung gegeben.

          Hussein K. lebte als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling bei einer Pflegefamilie in Freiburg, wurde von Wiese betreut und stand unter der Aufsicht des Jugendamtes Breisgau-Hochschwarzwald. Wegen der Ermordung und Vergewaltigung einer 19 Jahre alten Studentin im Oktober 2016 in Freiburg ist er am Donnerstag vom Freiburger Landgericht zu lebenslanger Haftstrafe mit anschließender, vorbehaltlicher Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Sein Verteidiger hat angekündigt, Revision gegen das Urteil einzulegen.

          Der Fall hatte eine Debatte um mögliches Versagen bei der Betreuung und Unterbringung des Flüchtlings ausgelöst. Gegen Behörden wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht ermittelt. Die Rechtsaufsicht im Freiburger Regierungspräsidium prüft jedoch, ob im Jugendamt bei der Kooperation mit der Organisation Wiese Fehler gemacht wurden. Das Jugendamt verneine dies, sagte ein Sprecher des Amtes.

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