https://www.faz.net/-gum-8loa4

Mord und Suizid in Berlin : Ehemaliger Pirat erhebt Vorwürfe gegen Umfeld von Claus-Brunner

Gerwald Claus-Brunner 2011 im Abgeordnetenhaus in Berlin. Bild: dpa

Gerwald Claus-Brunner soll die Leiche seines Opfers auf eine Sackkarre gespannt, an sein Fahrrad gehängt und quer durch Berlin gefahren haben. Ein ehemaliger Pirat rechnet derweil mit der Partei und dem Toten ab.

          Der ehemalige Piratenpolitiker Stephan Urbach erhebt auf Twitter schwere Vorwürfe gegen die Weggefährten von Gerwald Claus-Brunner, der sich selbst das Leben genommen hat und davor einen 29-Jährigen ermordet haben soll. Urbach war bis 2013 in der Partei, arbeitete nach eigenen Angaben für Claus-Brunner und schreibt jetzt: „Schuld sind übrigens die, die ihn seit Jahren gedeckt haben und noch immer decken. Diese Leute haben ihm jahrelang gesagt, dass sein Verhalten OK ist, weil es ja „die richtigen“ treffe.“

          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Urbach wirft Claus-Brunner vor, seine Angestellten gemobbt zu haben. „Aber erzählt ihr mal ruhig weiter, dass anderer Faxe in den Tod getrieben hätten. Ihr widert mich an.“ Faxe war der Spitzname von Claus-Brunner.

          Die Leiche auf einer Sackkarre durch Berlin gefahren

          Derweil sind weitere Details über den Fall bekannt geworden, der für die Staatsanwalt geklärt ist, weil Claus-Brunner vor seinem Tod ein Geständnis an Parteikollegen schickte. Der „Tagesspiegel“ berichtet mit Verweis auf Justizkreise, dass Claus-Brunner die Leiche seines Opfers auf eine Sackkarre gespannt, an sein Fahrrad gehängt und quer durch Berlin gefahren haben soll. Der 29 Jahre alte Mann war laut Staatsanwaltschaft schon Tage vor Claus-Brunners Suizid in seiner Wohnung im Wedding getötet worden. Claus-Brunner habe die Leiche in seine Wohnung gebracht und sich dann später selbst umgebracht.

          Auch über Stalking-Vorwürfe berichtet der „Tagesspiegel“. Demnach hatte das Opfer, das früher für Claus-Brunner arbeitete, einem Freund erzählt: „Der sieht in mir was ... – keine Ahnung, wie der darauf kommt.“ Der Politiker habe zum Beispiel gegen den Willen des Mannes eine Facebook-Seite für ihn erstellt. In diesem Juni habe er ihn dann angezeigt.

          Laut „Bild“-Zeitung (Donnerstag) soll Claus-Brunner mindestens einem weiteren Mann nachgestellt haben. Auch durch Aggressivität soll Claus-Brunner schon aufgefallen sein. Der ehemalige Pirat Urbach schreibt auf Twitter: „Erinnert ihr euch noch, als Faxe einen Menschen mit Backsteinen in der Hand bedroht hat? Nein? Tja, sollte ja auch ,den Richtigen' treffen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wegen Amazonas-Bränden : Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Der Streit mit Brasilien um die Waldbrände eskaliert: Finnland prüft ein Einfuhrverbot für brasilianisches Rindfleisch in die EU. Irland und Frankreich drohen, ein Handelsabkommen zu blockieren. Politiker aus Europa schießen gegen Präsident Bolsonaro.
          Empfindet Schäubles Äußerungen als „wohltuend“: der frühere Präsident des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen

          Streit über Maaßen : Nach der Attacke ist vor der Attacke

          Mit einer gezielt gesetzten Äußerung heizt Wolfgang Schäuble den Streit um einen möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen weiter an. Wieso macht er das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.