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Ausweg aus dem Lügennetz : Student soll Kommilitonin mit Messer getötet haben

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Mitarbeiter der Spurensicherung gehen Ende August in ein Haus in Nordhausen, in dem die 22 Jahre alte Studentin tot aufgefunden worden war. Bild: dpa

Ein Mann aus Thüringen verliebt sich in eine Mitstudentin – und erzählt ihr jede Menge Lügen. Um nicht aufzufliegen, soll er sie angegriffen haben.

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          Ein 26 Jahre alter Student soll einer Kommilitonin in der Nacht vom 28. auf den 29. August 2017 in Nordhausen mit einem Jagdmesser die Kehle durchgeschnitten und mehrfach auf sie eingestochen haben. Gegen ihn erhob die Staatsanwaltschaft Mühlhausen am Montag beim Landgericht Anklage wegen Mordes. Dem Mann wird vorgeworfen, seine 22 Jahre alte Mitstudentin heimtückisch und aus niederen Beweggründen getötet zu haben. Die Schwerverletzte sei wenige Minuten später – in Verbindung mit einer Luftembolie –  verblutet. Das Tatmotiv soll eine unerwiderte Liebe zu der Studentin sein. Der Mann soll laut Staatsanwaltschaft aus Osterode kommen.

          Laut Staatsanwaltschaft hat der 26-Jährige die Studentin während des gemeinsamen Studiums in Nordhausen kennengelernt und sich in sie verliebt. „Die attraktive junge Frau erwiderte jedoch seine Liebe nicht, sondern bestand auf einer freundschaftlichen Beziehung.“ Um sich die Aufmerksamkeit der 22-Jährigen zu sichern, belog der Angeklagte sie und gab vor, Chef des Katastrophenschutzes in Erfurt zu sein.

          Heftig gegen den Kopf geschlagen

          Er habe ihr vorgegaukelt, ihr dort eine Stelle als Personalchefin vermitteln zu können. Der angebliche Arbeitsvertrag sollte am 29. August in Bonn unterschrieben werden. Sie sei deshalb vor der Fahrt am Tatabend in die Wohnung des Mannes gegangen und auf der Couch eingeschlafen.

          Der Student habe dann Panik bekommen, weil er voraussah, dass sein Lügenkonstrukt am nächsten Tag zusammenbrechen würde. Um dieser „Schmach“ zu entgehen, habe er der 22-Jährigen im Bett mit dem Messergriff heftig gegen den Kopf geschlagen. Stark blutend und völlig benommen, hat sie laut Staatsanwaltschaft nicht realisiert, wer dafür verantwortlich war. Der 26-Jährige soll auch zunächst so getan haben, als informiere er die Rettungsleitstelle.

          Stattdessen habe er wenig später der 22-Jährigen die Kehle durchgeschnitten. Danach versuchte er vergeblich, sich durch Schnitte am Unterarm das Leben zu nehmen. Erst dann rief der Student der Betriebswirtschaftslehre die Rettungsleitstelle an. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ein in Auftrag gegebenes forensisch-psychiatrisches Gutachten zur Klärung der Schuldfähigkeit des Mannes zur Tatzeit liegt laut Staatsanwaltschaft noch nicht vor.

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