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Mord im Berliner Wettbüro : Weiterer Rocker zu lebenslanger Haft verurteilt

  • Aktualisiert am

Das Logo der Hells Angels Bild: dpa

Um die „Ehre des Clubs“ zu wahren, habe der Mann im Jahr 2014 zusammen mit zwölf weiteren Rockern vor laufenden Kameras einen Mann getötet: Das Landgericht Berlin verurteilt ihn wegen Mordes zu lebenslanger Haft.

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          Für tödliche Schüsse in einem Berliner Wettbüro ist ein weiterer Rocker zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht der Hauptstadt sprach den 36-Jährigen am Mittwochabend des Mordes schuldig. Der Angeklagte sei im Januar 2014 an einem „Überfallkommando“ beteiligt gewesen. Ein 26-Jähriger wurde laut Urteil getötet, um die „Ehre des Clubs“ zu wahren. Bereits im Oktober waren in einem Parallelverfahren um den Anschlag acht Rocker der Hells Angels zu lebenslanger Haft verurteilt worden, darunter deren Chef, der die Tat in Auftrag gegeben haben soll.

          13 teils vermummte Männer waren am 10. Januar 2014 in das Wettspiel-Café in Berlin-Reinickendorf marschiert. Der Mann an der Spitze feuerte mit einer Pistole auf das Opfer. Die Tat geschah vor einer laufenden Überwachungskamera. Mit dem Anschlag hätte die Gruppierung nach einer Reihe von Provokationen durch den 26-Jährigen „ein klares Zeichen setzen“ wollen, so das Gericht.

          Als der bislang größte Berliner Prozess gegen Rocker vor mehr als fünf Jahren begann, saß der nun Verurteilte mit auf der Anklagebank. Wegen einer Erkrankung wurde sein Verfahren im Sommer 2017 abgetrennt und dann parallel verhandelt. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

          Wie die bereits im Oktober Verurteilten bekam der 36-Jährige laut Urteil einen „Abschlag“. Zwei Jahre der verhängten Strafe würden als vollstreckt gelten, weil das Landeskriminalamt (LKA) Fehler gemacht habe. Der Staatsanwalt hatte auf lebenslange Haft plädiert und sich gegen einen Abschlag ausgesprochen.

          Der Fall wird vor den Bundesgerichtshof (BGH) gehen. Nach dem ersten Urteil wegen der tödlichen Schüsse haben mehrere Verteidiger und auch die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt.

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