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Attacke am Frankfurter Bahnhof : Gleis 7, ICE 529 – und ein Rätsel

Absperrungen am Glas 7 des Frankfurter Hauptbahnhofs. Bild: Wolfgang Eilmes

Der Mord auf dem Frankfurter Hauptbahnhof wirft viele Fragen auf. Der mutmaßliche Täter Habte A. schweigt. Eine Spurensuche.

          6 Min.

          Auch fünf Tage nach der schrecklichen Tat auf dem Frankfurter Hauptbahnhof erschließt sich für die Ermittler noch immer kein klares Bild über die Hintergründe. Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, mitteilte, hat sich Habte A. bisher nicht näher zu der Tat eingelassen – weder in der ersten Befragung durch die Polizei noch später bei der Vernehmung vor dem Haftrichter. So sei weiterhin unklar, ob die Tat spontan verübt worden sei oder Habte A. möglicherweise schon länger den Gedanken gehabt habe, Menschen vor einen einfahrenden Zug zu stoßen und auf diese Weise zu töten. Als einzige Erklärung und somit auch als Motiv dient den Ermittlern somit nur der psychische Zustand, in dem sich Habte A. befunden haben soll. Wenngleich es nicht wenige Ermittler gibt, die von einem Motiv aus Wahnvorstellungen heraus nicht überzeugt sind. Denn Habte A., heißt es, habe sich sowohl nach der Festnahme als auch in der Vernehmung durchaus „normal“ gezeigt. Er habe offenbar bewusst entschieden, auf die Fragen nicht zu antworten.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Ein ähnliches Bild ergab bislang die Vernehmung von Zeugen, die aussagten, Habte A. habe ruhig und entschlossen gehandelt. Er habe sich vor der Tat schon länger an Gleis 7 aufgehalten und sich dann gegen 9.59 Uhr erst auf die Mutter und dann auf ihren acht Jahre alten Sohn gestürzt und sie mit ungeheurer Kraft, als der ICE 529 gerade einfuhr, auf die Gleise geschoben. Nachdem sich die Mutter in einem Reflex noch vom Gleisbett rollen konnte, versuchte sie, an ihren Sohn heranzukommen, den sie plötzlich ebenfalls dort liegen sah. Jedoch kam für den Jungen jede Hilfe zu spät.

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