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Mord an schwarzem Jogger : Todesschütze von Ahmaud Arbery und seine Mittäter verurteilt

  • Aktualisiert am

Wegen Mordes veurteilt: Travis McMichael während seines Prozesses im Gerichtssaal von Glynn County in Brunswick, Georgia. Bild: Reuters

Im US-Bundesstaat Georgia sind drei Männer für schuldig gesprochen worden. Einer von ihnen hatte den schwarzen Jogger Ahmaud Arbery erschossen. Er wurde wegen Mordes verurteilt. Die beiden weiteren bekamen mildere Strafen.

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          Mehr als eineinhalb Jahre nach der Tötung des schwarzen Joggers Ahmaud Arbery im US-Bundesstaat Georgia sind die drei weißen Täter schuldig gesprochen worden. Der Angeklagte Travis M., der auf Arbery geschossen hatte, wurde von den Geschworenen des Mordes für schuldig befunden. Das Urteil wurde am Mittwoch vor Gericht im Ort Brunswick verlesen.

          Die beiden Mitangeklagten, der Vater des Schützen Gregory M. und ihr Nachbar William B., die beide an der Verfolgung Arberys beteiligt waren, wurden unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Totschlagsdelikten schuldig befunden.

          Das Strafmaß für die Angeklagten wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. Im Bundesstaat Georgia gilt für Mord und diverse Delikte, die im deutschen Recht dem Totschlag entsprächen, das gleiche Strafmaß. Der Schütze Travis M. wurde in allen neun Anklagepunkten für schuldig befunden. Allen drei Männern dürfte lebenslange Haft bevorstehen.

          Tat mit politischer Auswirkung

          Der 25-jährige Ahmaud Arbery war im Februar 2020 in dem südlichen Bundesstaat beim Joggen erschossen worden. Es wurde aber zunächst niemand festgenommen. Die Ermittlungen kamen erst richtig in Gang, als der Fall im Frühjahr durch ein verstörendes Handy-Video von der Tat national und internationale Aufmerksamkeit erlangte. Wenig später – am 25. Mai 2020 – wurde der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötet. Danach kam es über Monate hinweg zu Protesten gegen Rassismus und auch gegen Polizeigewalt in den USA.

          Den Ermittlern zufolge hatten die Angeklagten den schwarzen Jogger Arbery in Brunswick zunächst mit ihrem Fahrzeug verfolgt und dann mit Schusswaffen bedroht. Dem Autopsiebericht zufolge wurde er von zwei Schüssen aus nächster Nähe in die Brust getroffen. William R. war den Ermittlungen zufolge an der Verfolgung beteiligt und filmte die Tat. Die Verteidigung argumentierte, die Männer hätten Arbery verfolgt, weil sie ihn für einen Einbrecher gehalten hätten.

          „Triumph der Gerechtigkeit“

          Arberys Mutter Wanda Cooper-Jones begrüßte das Urteil vor dem Gerichtsgebäude. In Bezug auf ihren Sohn sagte sie: „Er wird jetzt in Frieden ruhen.“ Anwalt Ben Crump sagte, das Urteil markiere für die USA einen Triumph der Gerechtigkeit. „Es war ein völlig vorhersehbares Urteil“, sagte Alan Dershowitz, ehemaliger Professor an der Harvard Law School, der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Es war das richtige Urteil. Und ich bin froh, dass Georgia jetzt sein Gesetz geändert hat. Das war reine Selbstjustiz.“

          Auch US-Präsident Joe Biden begrüßte den Schuldspruch. Nichts könne Arbery wieder zum Leben und zurück zu seiner Familie bringen, „aber das Urteil stellt sicher, dass jene, die dieses schreckliche Verbrechen begangen haben, bestraft werden“, erklärte er. Arberys Tötung zeige auch, wie viel bei der Bekämpfung von Rassismus in den USA noch erreicht werden müsse. Es müsse in Zukunft ein Klima geben, in dem „niemand aufgrund seiner Hautfarbe Gewalt fürchtet“, forderte Biden.

          Obwohl nur einer der Angeklagten die tödlichen Schüsse abgab, wurde auch den beiden anderen wegen Mordes an Arbery der Prozess gemacht – aufgrund ihrer Beteiligung an der Tat. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, das Handeln aller drei Männer habe zu Arberys Tod geführt. Die Angeklagten hatten auf nicht schuldig plädiert.

          Der Vater Gregory M. wurde von den Geschworenen in acht Anklagepunkten für schuldig befunden, der Nachbar William B. in sechs Anklagepunkten. Der Prozess war diese Woche zu Ende gegangen, die Geschworenen hatten seit Dienstag über das Urteil beraten.

          Zusätzlich zu dem strafrechtlichen Verfahren in Georgia sind die Männer auch noch wegen des mutmaßlich rassistischen Hintergrunds der Tat nach Bundesrecht angeklagt. Die Tat werde als „Hassverbrechen“ eingestuft, erklärte das Justizministerium im vergangenen April.

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