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Nordhausen in Thüringen : Möglicherweise weiterer Tatort im Missbrauchsfall Lügde

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Der Campingplatz Eichwald war womöglich nicht der einzige Tatort des mutmaßlichen Täters. Bild: dpa

Der Hauptverdächtige soll wiederholt Tauchurlaube an einem See in Thüringen gemacht haben und dorthin Kinder mitgenommen haben. Dem Mann werden bereits 293 Missbrauchsfälle zur Last gelegt.

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          Im Fall des massenhaften Missbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde in Nordrhein-Westfalen prüfen die Ermittler einen möglichen weiteren Tatort. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Freitag vorab berichtete, soll der 56 Jahre alte Hauptbeschuldigte nach Aussage eines Zeugen im Sommer 2009 wiederholt Tauchurlaube an einem See im thüringischen Nordhausen gemacht haben. Nach Schilderung eines ehemaligen Tauchkameraden soll der Dauercamper aus Lügde zu den Urlauben immer minderjährige Kinder mitgebracht und diese als Nachbarskinder ausgegeben haben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind die Ermittlungen dazu noch nicht abgeschlossen. Die Polizei in Bielefeld und die Staatsanwaltschaft Detmold wollten sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern.

          Auf dem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen sollen über Jahre hinweg zahlreiche Kinder schwer sexuell missbraucht worden sein. Dem 56 Jahre alten Hauptverdächtigen wirft die Staatsanwaltschaft in der Anklage 293 Fälle vor. Demnach soll sich der Mann unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie Besitzes von kinderpornografischen Schriften verantworten.

          Ein Komplize aus Stade in Niedersachsen ist mitangeklagt, weil er unter anderem in mindestens vier Fällen an Webcam-Übertragungen des Dauercampers teilgenommen haben soll. Die Anklage gegen einen dritten Beschuldigten aus Steinheim bei Höxter (Nordrhein-Westfalen) ist gerade beim Landgericht Detmold eingegangen. Details hierzu sind noch nicht bekannt.

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